Acht ehemalige Militärstandorte kommen laut Ministerium für den Ausbau des neuen Wehrdienstes infrage. Dort sollen Soldaten ausgebildet werden. Unter den ausgewählten Liegenschaften sind die ehemalige Kurpfalz-Kaserne in Speyer und die ehemalige Unteroffizier-Krüger-Kaserne mit ehemaligem Standortübungsplatz in Kusel.
Wie das Bundesverteidigungsministerium jetzt mitteilte, habe man an beiden Standorten mit allen Beteiligten bereits intensive Gespräche geführt. Dabei ging es um die jeweiligen Interessen an der zukünftigen Nutzung der Liegenschaften. Die erzielten Ergebnisse zeugten von einer Kompromissgemeinschaft und einer guten Partnerschaft aller Beteiligten, hieß es.
Als nächstes soll es zeitnah eine Absichtserklärung geben, in der die anstehenden Schritte festgehalten werden sollen. Landrat Johannes Huber (CDU/Landkreis Kusel)begrüßte die aktuelle Entscheidung aus Berlin. "Sie ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu einer erneuten militärischen Nutzung der Liegenschaft und eröffnet eine große Chance für unseren Landkreis", erklärte der Landrat.
Landrat erwartet Impulse für die Wirtschaft
Aus seiner Sicht zeige die sicherheitspolitische Lage, wie wichtig leistungsfähige und gut ausgestattete Streitkräfte sind. Darüber hinaus erwartet Huber "wichtige Impulse für die regionale Entwicklung" - sowohl für Arbeits- und Wohnungsmarkt als auch für Handel, Handwerk und Dienstleistungsgewerbe.
Zahl der Berufssoldaten soll ansteigen
Vielerorts wurden militärische Flächen für zivile Zwecke umgewandelt, etwa für Wohnungen oder Gewerbe. Das "Liegenschafts-Moratorium" des Verteidigungsministeriums von Oktober 2025 hat das ausgesetzt. Nun sieht das neue Wehrdienstgesetz vom 1. Januar 2026 vor, dass die Zahl der Berufssoldaten und Reservisten ansteigen soll. Bis 2035 soll es bundesweit mindestens 260.000 Zeit- sowie Berufssoldaten und -soldatinnen in Deutschland sowie 200.000 Reservistinnen und Reservisten geben: Und die brauchen Platz. Deshalb sucht die Bundeswehr nach neuen Standorten.
Wegen geplantem Truppenaufbau Bundeswehr zieht geplante Zivilnutzung von Kasernen in Rheinland-Pfalz zurück
Die Bundeswehr stoppt die geplante zivile Nutzung stillgelegter Standorte. Betroffen sind dreizehn Flächen in Rheinland-Pfalz, darunter Kasernen in Idar-Oberstein und Speyer.
Bundeswehrstandorte: Prüfungen bis Ende des Jahres
Insgesamt werden bundesweit über 200 Liegenschaften auf ihre mögliche militärische Nutzung geprüft. In diesem Jahr kamen weitere 27 Liegenschaften aus dem Bestand der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) hinzu. Die Behörde verwaltet die Grundstücke und Gebäude des Bundes. Das Ministerium will den Prüfprozess voraussichtlich bis Ende 2026 abschließen.