Düsterer Science-Fiction-Thriller

„Zone 3“ im Kino – Wenn Paris von einer KI kontrolliert wird

Paris, in der nahen Zukunft: Die Stadt der Lichter ist Vergangenheit. Mit Hilfe der allgegenwärtige Künstliche Intelligenz ALMA setzt die Polizei Recht und Ordnung durch. Als ALMAs Schöpfer ermordet wird, droht Chaos auszubrechen.

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Von Autor/in Rüdiger Suchsland

Paris wird von einer KI kontrolliert

Paris im Jahr 2045, nicht zufällig genau hundert Jahre nach der Befreiung von der Nazi-Besatzung und nur 20 Jahre nach unserer Gegenwart. In dieser nicht allzu fernen Zukunft ist Paris in drei Zonen aufgeteilt, die die sozialen Klassen voneinander trennen. Die gesamte Bevölkerung wird durch ein System künstlicher Intelligenz namens ALMA kontrolliert.

ALMA ist nicht nur in der Lage, alle Einwohner zu überwachen, zu erkennen und zu verfolgen, sie ist eine vorausschauende KI, das heißt, sie kann mögliche Verhaltensszenarien berechnen, und damit auch im Voraus mögliche Verbrechen. Das reduziert die Fehlermarge der Polizeibeamten, die inzwischen auf einfache „Überwacher“ und Justizangestellte reduziert sind. 

Kessel (Thomas Bangalter)
Als ALMAs Schöpfer Kessel (Thomas Bangalter), ermordet wird, sollen Salia, eine Elitepolizistin aus Zone 2 (Adèle Exarchopoulos), und Zem (Gilles Lellouche), ein desillusionierter Cop aus Zone 3, die Ermittlungen aufnehmen.

Das System droht instabil zu werden

Doch eines Tages wird ausgerechnet der deutschstämmige Kessel, der Schöpfer von ALMA ermordet und das System gerät ins Wanken. 

Nun werden Salia, eine hochrangige Beamtin, und Zem, ein abgeklärt-desillusionierter Elite-Polizist aus „Zone 3“ mit einem Herz für die weniger Glücklichen, gezwungen, zusammenzuarbeiten, um den Mord aufzuklären und eine mutmaßliche Verschwörung aufzudecken, die vom Anführer einer revolutionären Organisation von Cyber-Rebellen orchestriert wurde.

„Zone 3“ von Cédric Jimenez
Je tiefer Salia (Adèle Exarchopoulos) und Zem (Gilles Lellouche) in den Fall einsteigen, umso mehr dringen auch die dunklen Geheimnisse des Systems ans Licht und bringen die scheinbar perfekte Welt ins Wanken.

Paris steht unter ständiger Überwachung

Das Paris, das Regisseur Cedric Jimenez in „Zone 3“ inszeniert, ist eine Gesellschaft, wie sie George Orwell erdacht hat: Jeder wird ständig von der Polizei und den von ALMA ausgesandten Drohnen überwacht und in seiner Freiheit erdrückt.

Vor allem betrifft das die Bewohner der Zone 3, einer Art Ghetto, das man nur mit einer befristeten Arbeitserlaubnis oder durch den Gewinn eines Fernseh-Quiz' verlassen kann. 

„Zone 3“ von Cédric Jimenez
Paris ist eine in drei Zonen geteilte Metropole, die ihre Bewohner in privilegierte und ausgegrenzte Menschen teilt. Im Zentrum dieser dystopischen Gesellschaft steht ALMA, eine allgegenwärtige Künstliche Intelligenz, mit deren Hilfe die Polizei Recht und Ordnung durchsetzt.

Der perfekte Feind unserer Zeit scheint der digitale, fließende und unsichtbare Gegner zu sein – etwas Unfassbares, das seine Macht vergrößert, indem es Daten und Informationen verschlingt, die Realität manipuliert und die Menschheit in einen Strudel endloser und unlösbarer Paranoia stürzt.

Science-Fiction aus Europa, der es mit Hollywood aufnehmen kann

„Zone 3“ versetzt Ideen von großen Hollywood-Filmen wie „Matrix“ und vor allem von Steven Spielbergs „Minority Report“ in das europäische Kino. Dies ist ein hervorragendes Beispiel dafür, dass man Genre-Filme und teuer aussehende Blockbuster auch auf diesem Kontinent machen kann.

Es würde Europas Kino sehr gut tun, nicht immer nach Hollywood zu gucken, wie das Kaninchen auf die Schlange.

 Trailer „Zone 3“ ab 27.11. im Kino

ZONE 3 | Haupttrailer Deutsch | Ab 27.11. im Kino!

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