Nun hat die inzwischen 32-jährige Saxofonistin, Komponistin, Bandleaderin und Dirigentin ihr Album „In.Sight“ vorgelegt. Der Titel spielt auf die Verbindung von „inside“ und „sight“ an – Musik, die von innen kommt und zum inneren Sehen anregt, so Mantwill in einem Interview. Eingespielt hat die ausgezeichnete Berliner Musikerin ihr zweites Album mit einem 32-köpfigen Orchester und sechs Gast-Solistinnen und Solisten, darunter der Gitarrist Kurt Rosenwinkel und der Akkordeonist Goran Stevanovich.
Fabia Mantwill Orchestra - Satoyama (Official Video)
Album-Tipp Jazz Raffinierte Bassgespräche - „Double Bass Quartet“ von Eric McPherson
Mit Klavier, Kontrabass und Schlagzeug ist das klassische Piano-Trio im Jazz perfekt besetzt. Der New Yorker Drummer Eric McPherson hat diese Formation variiert und für sein neues Album einen zweiten Kontrabass hinzugefügt. Eine Doppelbesetzung, die bereits in den frühen 1960er Jahren von John Coltrane und Ornette Coleman ausprobiert wurde.
„Double Bass Quartet“ besticht durch die gelungene Auswahl an Stücken, die im Zusammenspiel perfekt funktionieren, zugleich allen Musikern erlauben, sich individuell zu entfalten. Jazzexperte Niklas Wandt zeigt sich von dem virtuosen Spiel der Gruppe fasziniert, die neben Eric McPherson am Schlagzeug mit Pianist David Virelles sowie Ben Street und John Hébert an den Kontrabässen beeindruckt.
Album Tipp Jazz Geschichtenerzähler der Extraklasse - „El Viejo Caminante” von Dino Saluzzi
Der 90jährige Dino Saluzzi gilt als großer Meister des Bandoneons. 1935 wurde er in Campo Santo im Norden von Argentinien geboren. Das Bandoneon gehörte zur Grundausstattung seiner Musikerfamilie - der argentinische Tango ist ohne das Bandoneon und seinen typischen Klang undenkbar. Das kleine Instrument mit Blasebalg und verwirrend vielen Knöpfen an den Seiten wurde schon früh Dino Saluzzis Medium.
Album Tipp Jazz „Eigengrau“ - Vincent Meissner Trio (Label: ACT)
Vincent Meissner wurde im Jahr 2000 in einem kleinen Dorf in Mittelsachsen geboren und entdeckte früh seine Leidenschaft für den Jazz. Seit 2019 studiert der Pianist und Komponist in Leipzig an der Hochschule für Musik und Theater bei Michael Wollny und Frank Chastenier. Vor vier Jahren erschien Vincent Meissners Debütalbum „Bewegtes Feld“ und inzwischen zählt der mehrfach ausgezeichnete Musiker zu den vielversprechenden Newcomern im europäischen Jazz. Das neue Album des Trios, zu dem auch der Bassist Josef Zeimetz und der Schlagzeuger Henri Reichmann gehören, trägt den Titel „Eigengrau“. Unser Jazzkritiker Niklas Wandt hat reingehört und schwärmt: überraschend, verspielt und verschachtelt, aber nie ausufernd, mit einem Gespür für große Popgesten.