Privat zerbrechlicher als in der Öffentlichkeit
Im Gespräch mit SWR Kultur beschreibt Wichmann Guido Westerwelle als einen Menschen, der privat deutlich zerbrechlicher gewesen sei, als man ihn aus der Öffentlichkeit kannte.
Durch die Stammzellentherapie, die Westerwelle bei Wichmanns letzten Besuchen gerade hinter sich gebracht hatte, sei dieser zudem deutlich geschwächt gewesen. „Ich habe selten einen derart erschöpften und derart nachdenklichen Guido Westerwelle erlebt wie in diesen Tagen“, sagt Wichmann.
Westerwelle begriff früh die Mechanismen der Popkultur
Hätte Westerwelle seine Krankheit überstanden, hätte er sich auch als Politiker verändert, ist sich Wichmann sicher. Westerwelle würde heute noch liberaler wirken, als dies zu seiner Zeit der Fall war, so Wichmann.
In Erinnerung behält er den FDP-Politiker als jemand, der sich nicht vor bis dahin unbekannten Mitteln gescheut habe. So hatte Westerwelle in den 80er- und 90er-Jahren eine Art der Selbstvermarktung erfunden, wie sie heute durch Social Media selbstverständlich ist. Damals sei das noch ein Novum gewesen, so Wichmann.
„Er hat sozusagen den Wahlkampf popularisiert. Er hat sehr früh auch die Mechanismen der Popkultur begriffen,“ sagt Wichmann.
Der Dokufilm „Westerwelle“ ist ab sofort in der ARD Mediathek abrufbar und läuft am 9.3.2026 um 22:50 Uhr in Das Erste.
Mehr Dokumentarfilme
Dokumentarfilm „Die Fotografin und der Krieg“: Das Vermächtnis von Anja Niedringhaus
Die Doku „Die Fotografin und der Krieg“ erinnert an Anja Niedringhaus. Sie erzählt von ihrem Leben, ihren Bildern aus Afghanistan und den Umständen ihres Todes.