Zehnter Todestag des FDP-Politikers

Neue Doku über Guido Westerwelle: Er hat den Wahlkampf popularisiert

Vor zehn Jahren starb der FDP-Politiker Guido Westerwelle an Leukämie. Der Journalist Dominik Wichmann schrieb mit Westerwelle das Buch „Zwischen zwei Leben“ und ist jetzt einer der Autoren einer ARD-Doku über den Politiker.

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Stand

Privat zerbrechlicher als in der Öffentlichkeit

Im Gespräch mit SWR Kultur beschreibt Wichmann Guido Westerwelle als einen Menschen, der privat deutlich zerbrechlicher gewesen sei, als man ihn aus der Öffentlichkeit kannte.

Durch die Stammzellentherapie, die Westerwelle bei Wichmanns letzten Besuchen gerade hinter sich gebracht hatte, sei dieser zudem deutlich geschwächt gewesen. „Ich habe selten einen derart erschöpften und derart nachdenklichen Guido Westerwelle erlebt wie in diesen Tagen“, sagt Wichmann.

Westerwelle begriff früh die Mechanismen der Popkultur

Hätte Westerwelle seine Krankheit überstanden, hätte er sich auch als Politiker verändert, ist sich Wichmann sicher. Westerwelle würde heute noch liberaler wirken, als dies zu seiner Zeit der Fall war, so Wichmann.

In Erinnerung behält er den FDP-Politiker als jemand, der sich nicht vor bis dahin unbekannten Mitteln gescheut habe. So hatte Westerwelle in den 80er- und 90er-Jahren eine Art der Selbstvermarktung erfunden, wie sie heute durch Social Media selbstverständlich ist. Damals sei das noch ein Novum gewesen, so Wichmann.

„Er hat sozusagen den Wahlkampf popularisiert. Er hat sehr früh auch die Mechanismen der Popkultur begriffen,“ sagt Wichmann.

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Erstmals publiziert am
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Das Interview führte
Martin Gramlich
Martin Gramlich, SWR Kultur Moderator
Interview mit
Dominik Wichmann