Gewalt und Diskriminierung schränken Alltag ein
„Insgesamt hat sich das Niveau auf einem relativ hohen Niveau verfestigt“, sagt Marc Neugröschel in SWR Kultur über den Antisemitismus. Er arbeitet als Soziologe am London Centre for the Study of Contemporary Antisemitism sowie als Holocaustpädagoge an der Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem.
Das bedeute eben nicht nur, dass es immer wieder zu Gewalttaten komme, sondern auch, dass Diskriminierung von Jüdinnen und Juden im Alltag in einer Art und Weise zunehme, dass deren Alltag eingeschränkt sei.
Als Beispiel nennt Neugröschel den akademischen Bereich. Hier sei zu sehen, „dass jüdische, dass israelische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von Konferenzen ausgeladen werden, dass junge Doktorantinnen und Doktoranten auf Konferenzen ausgebuht werden.“
Antisemitismus seit tausenden von Jahren konstant
Die Kernelemente des Antisemitismus blieben erschreckend und bemerkenswert konstant, so Neugröschel: „Wir reden hier von einer Weltanschauung, deren Kernprämissen sich seit Hunderten und Tausenden von Jahren eigentlich nicht wirklich verändert haben, sondern immer nur […] in neue Kontexte adaptiert werden.“
Auf antiisraelischen Demonstrationen beobachte er beispielsweise eine „Essentialisierung von Ausdrucksformen jüdischen Lebens, also des Zionismus und des Staates Israel als Ausdrucksform des Bösen schlechthin“.
Im Grunde genommen sei der aktuelle Antisemitismus und der Hass gegen Jüdinnen und Juden eine Adaption des Kerns der antisemitischen Vorstellungswelt, wonach Judentum und Ausdrucksformen von jüdischem Leben als Symbol für das Böse schlechthin in der Welt stilisiert würden: „Juden sind böse und alles Böse ist jüdisch. Und das wird einfach in unterschiedlichen Variationen repliziert heute.“
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