Oje, nicht schon wieder Zeitumstellung. Gerade Eltern von kleinen Kindern kennen es. Nach der Zeitumstellung beginnen die Tage entweder besonders früh. Oder ziehen sich endlos hin, bis die Kleinen endlich schlafen. Aber auch für Große hat die Zeitumstellung Folgen. Eine Studie der Stanford University sagt zum Beispiel: Ohne Zeitumstellung, gäbe es weniger Fettleibigkeit und Schlaganfälle. Das liegt hauptsächlich daran, dass für den menschlichen Biorhythmus das Morgenlicht viel wichtiger ist als das Abendlicht.
Frauen leiden mehr unter Zeitumstellung
Frauen haben nach der Zeitumstellung deutlich häufiger als Männer gesundheitliche Probleme. Das ergab eine Umfrage im Auftrag der Krankenkasse DAK-Gesundheit. Laut Umfrage haben knapp 40 Prozent der Frauen schon mal Beschwerden nach der Zeitumstellung verspürt. Bei den Männern sind es 22 Prozent. Am häufigsten leiden die Betroffenen unter Müdigkeit, Schlaf- und Konzentrationsstörungen.
In der Nacht von Samstag auf Sonntag werden die Uhren wieder eine Stunde vorgestellt. Die Sommerzeit beginnt somit mit einer Stunde weniger Schlaf. Viele Menschen haben dadurch einen "Mini-Jetlag", sind unkonzentrierter und verursachen schlimmstenfalls Unfälle.
Müde Affen im Zoo
Auch Tiere spüren die Zeitumstellung. In der Stuttgarter Wilhelma sind es zum Beispiel die Menschenaffen. Sie seien morgens müder wegen der fehlenden Stunde Schlaf, berichten die Tierpfleger. Und bräuchten ein paar Tage, bis sie sich an die neue Zeit gewöhnt haben. Auch Haustiere wie Hunde oder Katzen kann die Zeitumstellung irritieren. Die Tierrechtsorganisation PETA in Stuttgart rät deshalb, Spaziergänge und Fütterungszeiten schrittweise und bestenfalls schon frühzeitig anzupassen.
Energie-Ersparnis ist ein Hauch von Nichts
Stress für Mensch und Tier. Warum also alle halbe Jahr diese Zeitumstellung? In Deutschland wurde die Sommerzeit im Jahr 1980 als Reaktion auf die Ölkrise zwei Jahre zuvor eingeführt, um Energie zu sparen. Der Spareffekt ist aber längst wissenschaftlich widerlegt: Forscher kamen auf weltweit durchschnittlich 0,34 Prozent Strom-Ersparnis, das ist so gut wie nichts.
Aber man will ja nicht immer nur meckern. Hat die Sommerzeit denn vielleicht auch positive Seiten? Zumindest bleibt es abends wieder länger hell. Damit steigen die Chancen, nach der Arbeit noch etwas Sonne abzubekommen. Man kann wieder draußen joggen gehen. Beachvolleyball, Frisbee oder Boule im Park spielen. In den Biergarten gehen oder mit den Kindern im Garten spielen.
Es gibt auch Fans der Zeitumstellung
Zwar ist es eher eine Minderheit. Aber es gibt auch Forschende, die die Umstellung auf die Sommerzeit klar befürworten. Dieter Kunz ist Schlaf-Forscher an der Charité Berlin. Er hat untersucht, was sich im Gehirn durch die längeren Tage verändert. So sei der Stoffwechselumsatz von Serotonin im Winter deutlich geringer als im Sommer.
Menschen seien im Winter in einem Energie-Sparmodus. Sie schliefen - unabhängig von der Uhr - länger als im Sommer, so der Wissenschaftler. Die Zeitumstellung komme der Physiologie des Menschen entgegen. Denn der Mensch funktioniere im Winter ganz anders als im Sommer. Für ihn sei die Zeitumstellung ein "Segen", sagte Dieter Kunz.
Tipps gegen Müdigkeit nach Zeitumstellung
Aber was tun, wenn man die Zeitumstellung eben nicht so gut weg steckt? Experten raten zu stabilen Routinen, etwa immer zur selben Zeit aufzustehen. Um morgens wach zu werden, kann es helfen, ins Helle zu gehen oder sich ans Fenster zu stellen.
Wer abends Probleme mit dem Einschlafen hat, sollte auf Koffein und einen hellen Bildschirm verzichten, klar. Schlafmediziner raten außerdem dazu, sich keinen Stress zu machen, dass man jetzt unbedingt schlafen müsse. Der größte Freund des Schlafs sei die Entspannung.