Kolonialismus und die christliche Missionierung werden rückblickend negativ bewertet: Die Behauptung der kulturellen Überlegenheit des Westens ist ihnen gemein. Der Historiker Johannes Großmann sieht hier dennoch mehr Ambivalenzen als Eindeutigkeiten.
Zwischen den Kolonialherren und den Missionaren habe es eine enge Kooperation gegeben. „Beide Seiten profitierten voneinander und waren auch aufeinander angewiesen.“
Die Missionare hätten aber ein oft sogar freundschaftliches Verhältnis zur einheimischen Bevölkerung gepflegt. Der Historiker Großmann ist Mitveranstalter der Tagung „Baden-Württemberg postkolonial“ der Diözese Rottenburg-Stuttgart.
Debatte um den Kolonialismus
Diskussion Prophet der Befreiung – Wer war Frantz Fanon?
„Es ist nahezu unmöglich, unversehrt aus der Lektüre Fanons hervorzugehen. Es ist schwer ihn zu lesen, ohne berührt zu werden.“ Das schreibt der kamerunische Philosoph Achille Mbembe über Frantz Fanon – Psychiater, Aktivist, Autor des antikolonialen Manifests „Die Verdammten dieser Erde“. Bewundert für die Wucht seiner Sprache, die Radikalität seines Denkens, gefürchtet wegen seines Aufrufs zum gewaltsamen Widerstand: auch heute, kurz vor seinem 100. Geburtstag, bleibt der jung verstorbene Fanon eine widersprüchliche Figur. Revolutionär, Humanist, Apologet der Gewalt – wer war Frantz Fanon? Michael Risel diskutiert mit Prof. Dr. Andreas Eckert – Afrikawissenschaftler, Humboldt-Universität zu Berlin; Caroline Fetscher – Publizistin, Berlin; Prof. Dr. Claus Leggewie – Politikwissenschaftler, Universität Gießen
Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland kritisiert Kulturstaatsminister Kritik an Kulturstaatsminister: „Koloniale Erinnerung darf kein Randthema bleiben“
Das Gedenkstättenkonzept von Kulturstaatsminister Weimer klammere die koloniale Vergangenheit Deutschlands aus, kritisiert die Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland.