Sprecher Tahir Della nennt die Entscheidung im Gespräch mit SWR Kultur „sehr enttäuschend für viele, die sich seit Jahren mit diesem Thema befassen“ und sieht darin ein Zeichen dafür, dass koloniales Unrecht weiterhin marginalisiert wird.
Zwar habe Weimer eine spätere Ergänzung angekündigt, doch aus Sicht der ISD wirke das wie ein Gedenken zweiter Klasse und vergebe die Chance auf eine gleichberechtigte Erinnerungskultur.
„Koloniale Kontinuitäten bestimmen unser alltägliches Leben“
Della fordert zentrale Lern- und Erinnerungsorte sowie dauerhafte Förderstrukturen. Er betont: „Koloniale Kontinuitäten bestimmen unser alltägliches Leben – in Wirtschaft, Migration oder der Klimadebatte.“
Ohne eine ernsthafte Einbindung der Zivilgesellschaft und eine stärkere Verankerung in Bildung und öffentlichem Gedenken drohe die Aufarbeitung des Kolonialismus auch 2026 weiter an den Rand gedrängt zu werden.
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