Gute Nachfrage nach Flussbestattungen
Die Flussbestattungen erfreuten sich großer Beliebtheit, sagt Sebastian Trüb aus Mainz. Er hat schon mehr als 25 Flussbestattungen durchgeführt seit das neue rheinland-pfälzische Besstattungsgesetz in Kraft ist. Es eröffnet viele neue Möglichkeiten. Die Asche des Verstorbenen wird in einen Beutel verpackt, der dann wiederum in einer Urne aus Algenpapier dem Fluss übergeben wird. Dort löst sich beides in kurzer Zeit auf.
Trauer ist eine normale Reaktion auf Verlust
Trauer ist eine normale Reaktion auf einen bedeutenden Verlust. So definiert es Verena Kitz. Sie leitet das Zentrum für Trauerseelsorge im Bistum Limburg. Es sei wichtig, mit dieser Definition auszudrücken, dass Trauer etwas Normales sei. Die Reaktionen auf einen großen Verlust könnten sehr unterschiedlich sein – von innerer Unruhe bis zu absoluter Erschöpfung seien alle Gefühle möglich und legitim.
Für Kitz besonders wichtig ist das Ritual der Bestattung. Es helfe, den Tod wirklich zu verdeutlichen und zu begreifen. Wenn eine Beisetzung nicht möglich sei, würden Angehörige sich häufig alternative Trauerorte schaffen, etwa an Unglücksstellen.
Diamanten aus Asche
In Rheinland-Pfalz ist es neben der Flussbestattung mittlerweile auch möglich, die Asche eines Verstorbenen zu einem Schmuckstein verarbeiten zu lassen. Während manche Menschen dadurch das Gefühl haben, den geliebten Verstorbenen immer bei sich zu tragen, sieht Kitz die Gefahr, dass solche Erinnerungsstücke das Abschiednehmen erschweren.
Erinnerungs-Diamanten aus der Schweiz
Die Erinnerungsdiamanten sind auch in Baden-Württemberg beliebt. Die Asche muss dort allerdings in die Schweiz geschickt werden, wo sie zu teilweise zu einem Diamanten verarbeitet und dann wieder zurückgeschickt wird.
Neue Trends bei der Bestattung
In Baden-Württemberg kennen die Bestatter ebenfalls die Wünsche nach größerer Individualität beim Abschied von Verstorbenen. Die persönliche Gestaltung von Särgen, die Aufbahrung auf dem Lieblingssofa – es gibt viele Möglichkeiten, eine Trauerfeier ganz individuell zu gestalten. Naturbestattungen, beispielsweise im Wald, sind in Baden-Württemberg besonders beliebt. Ein großer Wunsch seien aber wenig pflegeaufwendige Gräber. Das liege einfach an der sehr mobilen Gesellschaft, wo Familien oft über ganz Deutschland oder darüber hinaus verstreut seien, so Bestatterin Ute Züfle.
Friedhof bleibt wichtiger Bestattungsort
Trotz aller modernen Formen der Bestattung, bleibt auch der Friedhof für viele Menschen der vertraute Bestattungsort.
Und obwohl mancherorts die Gesetze für das Bestattungswesen gelockert werden, fällt vielen Menschen der Umgang mit Trauernden in ihrer Umgebung nach wie vor schwer. Die Angst etwas Falsches zu sagen, sei aber unbegründet, so Kitz. Viele Menschen empfänden das Schweigen über einen Trauerfall als belastender.