Ein Artikel der „Süddeutschen Zeitung“ berichtet über steigende Preise für Kunst aus der NS-Zeit. Eine belgische Galerie habe sich darauf spezialisiert, der Galerist spreche von wachsender privater Nachfrage.
Nimmt das Interesse an NS-Kunst also tatsächlich zu? Der Kunsthistoriker Christian Fuhrmeister vom Zentralinstitut für Kunstgeschichte widerspricht einer vorschnellen Diagnose.
Kein neuer Höhepunkt
Für ihn ist das Thema „ein Dauerbrenner der letzten 10, 15 Jahre“. Viele Museen hätten ihre Bestände untersucht, von Rosenheim bis Stuttgart oder Solingen. Eine verstärkte Auseinandersetzung gebe es seit Langem.
Von einem besonderen „Peak“ möchte Fuhrmeister deshalb nicht sprechen. Eher werde ein kontinuierliches Phänomen gelegentlich sichtbarer – etwa durch mediale Berichte.
Weitere Themen aus der Sendung
Debatte um Kunst und Erinnerungskultur Die Ästhetik der Anpassung: NS-Kunst zwischen Markt, Macht und Museum
Steigende Preise und Aufmerksamkeit rücken NS-Kunst ins Licht. Was verbirgt sich hinter dem Begriff und wie lässt sich diese ideologisch geprägte Kunst verantwortungsvoll zeigen?
Der Nationalsozialismus und seine Folgen
Dokumentationszentrum Nationalsozialismus Das Ende der Zeitzeugenschaft
Zeitzeugen des Nationalsozialismus werden immer seltener. Die Sonderausstellung „Ende der Zeitzeugenschaft“ im Freiburger NS-Dokuzentrum zeigt neue Wege der Erinnerungskultur.
Ausstellung Wider das Vergessen: Neue Wege der Erinnerungskultur in der Gedenkstätte KZ Osthofen
Erinnerung an die NS-Zeit wachhalten und zeitgemäß weiterentwickeln. Dieser Herausforderung stellt sich die Gedenkstätte KZ Osthofen und geht unkonventionelle Wege: Mit einer abstrakten Performance.
Initative Stolperkunst „Nörgler, Trinker, Pazifisten“ – Neue Gedenkstätte für NS-Opfer im Rathaus Stuttgart
Von der Demokratie zur Diktatur: Im Stuttgarter Rathaus war es 1933 eine Prozedur von wenigen Wochen. Nachdem das passende Gesetz erlassen war, feuerten die Nazis knapp 200 städtische Arbeiter und Angestellte.