Eine emanzipierte Frau
Paula Modersohn-Becker hat in ihrem kurzen Leben ein umfangreiches Werk an Gemälden und Zeichnungen geschaffen. In ihrer Kunst sei es viel „um die Befreiung von dem ganzen Ballast des späten 19. Jahrhunderts, des Fin de Siècle“ gegangen, sagt Boris von Brauchitsch in SWR Kultur.
„Sie war eine emanzipierte Frau und hat versucht, von klein auf ihren Weg zu gehen“, so der Modersohn-Becker-Biograf. Sie bildete sich privat fort und besuchte Kunstschulen in London und Berlin.
„Zu modern, um erfolgreich zu sein“
Dabei entwickelte sie ihren ganz eigenen Stil, inspiriert von ägyptischen Totenmasken. Sie zeigt flächige, kantige Motive, platte Gesichter, Körper und Gesten. Gerade bei ihrer Familie habe diese Malerei zu Lebzeiten wenig Anklang gefunden.
„Sie war zu modern, um erfolgreich zu sein“, sagt von Brauchitsch. Schöpferischen und persönlichen Austausch fand sie in der Künstlerkolonie Worpswede und bei ihrem Mann und Künstlerkollegen Otto Modersohn, den sie dennoch zwischenzeitlich verlässt, um als Künstlerin in Paris zu arbeiten.
Mit nur 31 Jahren stirbt sie am 20. November 1907 an einer Embolie als Folge der schwierigen Geburt ihrer Tochter Mathilde. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg fand eine systemische Aufarbeitung ihres Gesamtwerks statt.