Ein Volltreffer ist „Heated Rivalry“ bereits vor dem offiziellen Deutschland-Start. Innerhalb weniger Wochen hat sich die kanadische Serie über schwule Liebe zwischen Eishockey-Spielern in den sozialen Medien zu einem popkulturellen Phänomen entwickelt – ohne große Stars oder überzogene Marketing-Budgets.
Die Hauptdarsteller Connor Storrie und Hudson Williams waren bislang völlig unbekannt. In den vergangenen Wochen traten sie unter anderem bei den Golden Globes auf und wurden wegen ihres Serienerfolgs als Fackelträger für die Olympischen Winterspiele in Mailand ausgewählt.
Gegner auf dem Eis, Gefühle im Verborgenen
Die beiden Newcomer spielen die Eishockey-Profis Shane Hollander und Ilya Rozanov. Als Kapitäne zweier rivalisierender Teams sind sie auf dem Eis erbitterte Gegner. Doch bei einem Werbeshooting kommen sich die Männer näher – und landen schließlich miteinander im Bett.
Aus dem einmaligen Ausrutscher entwickelt sich für die beiden Spieler eine jahrelange Affäre mit heimlichen Sex-Dates und immer eindeutigeren Gefühlen. Doch an ein Coming-Out ist weder für den schwulen Shane noch den bisexuellen Ilya zu denken. Als russischer Staatsbürger und Sohn eines Parteifunktionärs fürchtet er auch Repressionen in seinem Heimatland.
Homophobie in der Umkleide zeigt die Serie nicht
Ilyas und Shanes Angst vor schwulenfeindlichen Attacken in der Umkleide, auf dem Eis oder aus der Fankurve thematisiert „Heated Rivalry“ zwar immer wieder, gezeigt werden solche Angriffe aber nicht. Regisseur und Autor Jacob Tierney legt den Fokus auf die Unsicherheit seiner Figuren und ihre Angst, als offen queere Männer nicht in der Eishockey-Welt bestehen zu können.
Gezeigt wird auch die alltägliche Homophobie abseits der Eisbahn. Etwa, wenn Shanes Mutter beiläufig einen schwulenfeindlichen Witz reißt über den vermeintlichen Erzrivalen ihres Sohnes.
Selten gezeigte Zärtlichkeit zwischen Männern
Auf Handlungsebene bietet „Heated Rivalry“ eine weitestgehend konventionell erzählte Liebesgeschichte, die sich mehr in halbdunklen Hotelzimmern abspielt als auf dem Eishockeyfeld. Das ist nicht zuletzt auch dem geringen Budget geschuldet, mit dem die kanadische Produktion realisiert wurde.
Doch aus der Not macht die Serie eine Tugend: Seinen Darstellern gibt Regisseur Tierney ausreichend Raum, um die Sehnsüchte und Ängste ihrer Figuren in kammerspielhafter Atmosphäre auszuloten. Die Selbstverständlichkeit, mit der die Serie sexuelle Lust zwischen Männern zeigt, überrascht auch noch im Jahr 2026.
Eishockeyfans kommen bei „Heated Rivalry“ nur bedingt auf ihre Kosten. Doch mehr Intimität und Zärtlichkeit zwischen Männern gab es selten im Fernsehen zu sehen. Ein gutes Zeichen in Zeiten, in denen toxische Männlichkeit wieder salonfähiger geworden ist.