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Norbert Gstrein: Im ersten Licht

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Norbert Gstrein wird in diesem Jahr 65 Jahre alt. Und der Meister der eleganten langen Satzperioden, die seine Figuren umspinnen, erkennbar machen und zugleich verunklaren, hat noch einmal neu angesetzt und ein Buch geschrieben, das ein ganzes Jahrhundert auf Gstrein’sche Weise rekapituliert.

Adrian war selbst nicht im Krieg gewesen, aber dreimal im Lauf seines Lebens hatte er mit jungen Männern zu tun, die im Krieg gewesen waren und die dann sein weiteres Leben jeweils für lange bestimmten.

So lautet der erste Satz, in dem alles anklingt, was auf den folgenden 400 Seiten ausgeführt wird.

Adrian Reiter wird im Jahr 1901 geboren; sein Vater, ein überzeugter Sozialist, verletzt ihn mit einer Axt am Bein, so dass er nicht in den Krieg muss.

Stattdessen sieht Adrian in seinem Dorf im Salzburger Land, wie die kriegsversehrten jungen Männer in einer Villa am See vor die Hunde gehen.

Er wird Lehrer, und einer seiner Schüler wird die nächste prägende Figur seines Lebens – ein junger Mann, der im Jahr 1941 an der Ostfront in ein Massaker verwickelt ist.

Gstreins Held ist ein Mann, durch den die Zeit hindurchfließt, widerstandslos. Einer, der dabei war, aber ist er dadurch auch schuldig? Im Jahr 1988 endet dieses Buch auf überraschende Weise. Und über Adrian breitet ein Engel seine Flügel aus.

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