Versäumnisse beim Deutschen Buchpreis 2025
Die Jury des Preises der Leipziger Buchmesse musste sich in den vergangenen Jahren das eine oder andere Mal den Vorwurf anhören, die Auszeichnung durch kuriose Entscheidungen verzwergt zu haben. Davon kann in diesem Jahr keine Rede sein.
Die Jury unter dem Vorsitz von MDR-Literaturredakteurin Katrin Schumacher hat eine kluge und sorgfältig zusammengestellte Auswahl getroffen, die zum einen mit Überraschungen aufwartet, zum anderen aber auch die Versäumnisse des Deutschen Buchpreises von 2025 aufarbeitet.
20 Romane auf der Longlist Auffallend sind die Leerstellen: Diese Titel sind nominiert für den Deutschen Buchpreis 2025
Die Jury des Deutschen Buchpreises wählte diese 20 Romane auf die Longlist. Unter anderem dabei sind neue Bücher von Nava Ebrahimi, Dmitrij Kapitelman und Christine Wunnicke.
Das sind die nominierten Romane
Im Bereich der Belletristik sind drei Herbst- und zwei Frühjahrstitel nominiert; vier Frauen und ein Mann. Das ist der Österreicher Norbert Gstrein, dessen Roman „Im ersten Licht“ bereits in den wenigen Tagen seit seinem Erscheinen für begeisterte Reaktionen gesorgt hat.
Mit Helene Bukowski und ihrem dritten Roman „Wer möchte nicht im Leben bleiben“ ist eine vielversprechende Schriftstellerin der jungen Generation auf der Liste. Ihr Roman rekonstruiert das Leben einer hochbegabten DDR-Pianistin, die sich im Jahr 1985 das Leben genommen hat.
Mit Anja Kampmanns „Die Wut ist ein heller Stern“ und Katerina Poladjans „Goldstrand“ wurden zwei starke Herbsttitel berücksichtigt, die auf sprachlich intelligente Weise historische Szenarien aufarbeiten. Beide waren beim Deutschen Buchpreis unter den Tisch gefallen.
Debütroman von Stuttgarter Autorin
Auf die Sichtbarmachung der unabhängigen Verlage legt der Leipziger Preis traditionell großen Wert: „Fische im Trüben“, der Debütroman der 1987 in Kasachstan als Tochter deutsch-mennonitischer Eltern geborenen Elli Unruh, ist im transit-Verlag erschienen.
Elli Unruh, die heute Mitarbeiterin des Deutschen Literaturarchivs in Marbach ist, erzählt darin aus dem Kasachstan der 1980er-Jahre.
Die nominierten Sachbücher
Die Nominierungen im Sachbuch-Bereich sind thematisch breit angelegt, von Ulli Lusts Fortsetzung ihrer Graphic Novel „Die Frau als Mensch“, deren erster Teil bereits im vergangenen Jahr mit dem Deutschen Sachbuchpreis ausgezeichnet wurde, bis hin zu Manfred Pfisters prachtvoller Kulturgeschichte „Englische Renaissance“.
Favoritin in der Kategorie Übersetzung
Und im Bereich der Übersetzungen gilt Timea Tankó als Favoritin, die András Viskys beeindruckenden Roman „Die Aussiedlung“ bravourös aus dem Ungarischen ins Deutsche übertragen hat.
Mehr zu den nominierten Titeln
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