Das sind die Nominierten

Preis der Leipziger Buchmesse: Starke und vielfältige Auswahl

Die Jury des Preises der Leipziger Buchmesse hat ihre Nominierungen in den Kategorien Belletristik, Sachbuch und Übersetzung bekannt gegeben. „Eine bemerkenswert ausgewogene Mischung“, findet SWR-Literaturredakteur Christoph Schröder.

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Stand

Versäumnisse beim Deutschen Buchpreis 2025

Die Jury des Preises der Leipziger Buchmesse musste sich in den vergangenen Jahren das eine oder andere Mal den Vorwurf anhören, die Auszeichnung durch kuriose Entscheidungen verzwergt zu haben. Davon kann in diesem Jahr keine Rede sein.

Die Jury unter dem Vorsitz von MDR-Literaturredakteurin Katrin Schumacher hat eine kluge und sorgfältig zusammengestellte Auswahl getroffen, die zum einen mit Überraschungen aufwartet, zum anderen aber auch die Versäumnisse des Deutschen Buchpreises von 2025 aufarbeitet.

20 Romane auf der Longlist Auffallend sind die Leerstellen: Diese Titel sind nominiert für den Deutschen Buchpreis 2025

Die Jury des Deutschen Buchpreises wählte diese 20 Romane auf die Longlist. Unter anderem dabei sind neue Bücher von Nava Ebrahimi, Dmitrij Kapitelman und Christine Wunnicke.

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Das sind die nominierten Romane

Im Bereich der Belletristik sind drei Herbst- und zwei Frühjahrstitel nominiert; vier Frauen und ein Mann. Das ist der Österreicher Norbert Gstrein, dessen Roman „Im ersten Licht“ bereits in den wenigen Tagen seit seinem Erscheinen für begeisterte Reaktionen gesorgt hat.

Mit Helene Bukowski und ihrem dritten Roman „Wer möchte nicht im Leben bleiben“ ist eine vielversprechende Schriftstellerin der jungen Generation auf der Liste. Ihr Roman rekonstruiert das Leben einer hochbegabten DDR-Pianistin, die sich im Jahr 1985 das Leben genommen hat.

Mit Anja Kampmanns „Die Wut ist ein heller Stern“ und Katerina Poladjans „Goldstrand“ wurden zwei starke Herbsttitel berücksichtigt, die auf sprachlich intelligente Weise historische Szenarien aufarbeiten. Beide waren beim Deutschen Buchpreis unter den Tisch gefallen.

Elli Unruh
Elli Unruh (*1987) ist mit „Fischen im Trüben“ nominiert. Pressestelle Manfred Schmidt Bild in Detailansicht öffnen
Helene Bukowski Leipziger Buchmesse 2024
Autorin Helene Bukowski (*1993): Sie ist in Leipzig mit ihrem dritten Roman „Wer möchte nicht im Leben bleiben“ nominiert. dts Nachrichtenagentur Bild in Detailansicht öffnen
Norbert Gstrein
Norbert Gstrein (*1961) ist der einzige männliche Schriftsteller auf der Leipziger Liste im Bereich Belletristik. Sein Roman heißt „Im ersten Licht“. (c) Karl Schöndorfer, picturedesk.com Bild in Detailansicht öffnen
Anja Kampmann 2023
Ebenfalls nominiert: „Die Wut ist ein heller Stern“ von Hamburgerin Anja Kampmann (*1981). opale.photo, Isabella De Maddalena Bild in Detailansicht öffnen
Katerina Poladjan Frankfurter Buchmesse 2025
„Goldstrand“ von Katerina Poladjan (*1971): Eine Reise durch die Verwerfungen des 20. Jahrhunderts. dts Nachrichtenagentur Bild in Detailansicht öffnen

Debütroman von Stuttgarter Autorin

Auf die Sichtbarmachung der unabhängigen Verlage legt der Leipziger Preis traditionell großen Wert: „Fische im Trüben“, der Debütroman der 1987 in Kasachstan als Tochter deutsch-mennonitischer Eltern geborenen Elli Unruh, ist im transit-Verlag erschienen.

Elli Unruh, die heute Mitarbeiterin des Deutschen Literaturarchivs in Marbach ist, erzählt darin aus dem Kasachstan der 1980er-Jahre.

Die nominierten Sachbücher

Die Nominierungen im Sachbuch-Bereich sind thematisch breit angelegt, von Ulli Lusts Fortsetzung ihrer Graphic Novel „Die Frau als Mensch“, deren erster Teil bereits im vergangenen Jahr mit dem Deutschen Sachbuchpreis ausgezeichnet wurde, bis hin zu Manfred Pfisters prachtvoller Kulturgeschichte „Englische Renaissance“.

Favoritin in der Kategorie Übersetzung

Und im Bereich der Übersetzungen gilt Timea Tankó als Favoritin, die András Viskys beeindruckenden Roman „Die Aussiedlung“ bravourös aus dem Ungarischen ins Deutsche übertragen hat.

„Schuldig sein, ohne etwas zu tun“ Jahrhundertroman von Norbert Gstrein „Im ersten Licht“

Ein ganzes Jahrhundert, zwei Weltkriege – und eine versehrte Hauptfigur. Norbert Gstrein erfindet sich in „Im ersten Licht“ neu und bleibt sich in seiner literarischen Eleganz treu.

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Ausgezeichnet mit dem Preis der Leipziger Buchmesse 2026 Tückischer Tourismus – Katerina Poladjan reist an den „Goldstrand“

Katerina Poladjans neuer Roman führt an den bulgarischen „Goldstrand“. Dort sucht der Italiener Eli nach seiner Herkunft, in der sich Flucht und Tourismus verbinden.

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Nominierter Roman für den Preis der Leipziger Buchmesse 2026 Helene Bukowski: „Ich bin sehr dafür, dass jede Generation einen Blick in die DDR wirft“

Autorin Helene Bukowski über ihren Roman „Wer möchte nicht im Leben bleiben“ und das Porträt einer jungen, einsamen Pianistin im Systemdruck.

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Gewinnerin des Deutschen Sachbuchpreises 2025 „Das grenzt an Rufmord“: Ulli Lust über Comics und falsche Frauenbilder

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Anglist Manfred Pfister liefert mit dem Roman „Englische Renaissance“ eine umfangreiche und reich bebilderte Darstellung dieser Epoche, die an die Antike erinnert.

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Erstmals publiziert am
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Das Gespräch führte
Julian Burmeister
Julian Burmeister
Gespräch mit
Christoph Schröder