Vor Ort | lesenswert Gespräch

Warum der Roman verboten werden sollte: Christoph Peters über „Innerstädtischer Tod“

Mit „Innerstädtischer Tod“ sorgte Christoph Peters für einen Literaturskandal. Im Gespräch erzählt er über seine Ausbildung zum Künstler und über die Freiheit, Figuren zu erfinden.

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Stand

Mit seinem im September 2024 veröffentlichten Roman „Innerstädtischer Tod“ schloss Christoph Peters eine Romantrilogie ab.

Im Januar 2025 klagte der Berliner Stargalerist Johann König mit Hilfe prominenter Medienanwälte auf ein Verbot des Romans. Der Grund: König erkannte sich in der Hauptfigur, dem Galeristen Konrad Raspe, wieder.

Christoph Schröder und Christoph Peters
Autor Christoph Peters (rechts) im Gespräch mit SWR Kultur Moderator Christoph Schröder auf der Internationalen Kunstmesse art Karlsruhe.

Ein Roman, der verboten werden sollte

„Ich bekam erst einmal eine Panikattacke“, erzählt Christoph Peters im Gespräch auf der art Karlsruhe. Doch die Klage des Galeristen wurde in allen Instanzen abgewiesen, zuletzt im August 2025 vom Bundesverfassungsgericht.

Johann König, der wie Konrad Raspe im Roman auch, mit #MeToo-Vorwürfen konfrontiert wurde, hatte dem Roman zu großer Publicity verholfen. „Herr König hat sich da sicher keinen Gefallen getan, sich da selbst ins Spiel zu bringen“, resümiert Christoph Peters.

Zwischen bildender Kunst und Literatur

Christoph Peters, geboren 1966 in Kalkar am Niederrhein, hat nach dem Abitur an einem katholischen Elite-Internat an der niederländischen Grenze an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe Malerei studiert, daneben aber auch immer geschrieben.

Spätestens mit seinem Debütroman „Stadt Land Fluss“ im Jahr 1999 hat er sich für eine Laufbahn als Schriftsteller entschieden.

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Zudem sprach Christoph Peters mit SWR Kultur Moderator Christoph Schröder über den Unterschied zwischen Forellen- und Hundekrawatten, das Weltbild von Björn Höcke und über seine Sammlung seltener japanischer Teeschalen, die ihn über Umwege erneut zum Zeichner hat werden lassen.

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Erstmals publiziert am
Stand
Das Gespräch führte
Christoph Schröder
Gespräch mit
Christoph Peters