Heinrich Steinfest entführt seine Leserinnen und Leser auf eine Reise voller Umwege und Abenteuer. Mit „Das schwarze Manuskript“ legt der vielfach ausgezeichnete Autor seinen jüngsten Roman vor, in dem die Realität immer wieder ins Surreale kippt.
In einem Gespräch mit SWR Kultur erklärt der österreichische Autor, wie bei seinem Werk Realität, Traum und Fantasie ineinander greifen.
Wirkliche Figuren
Das neue Buch erzählt von einem geheimnisvollen Manuskript, das eine so große Anziehungskraft hat, dass es Hauptfigur Ashok Oswald sogar aus dem Keller geraubt wird. Oswald kündigt daraufhin seinen Job und macht sich auf die Suche nach dem Text, den er selbst nur verwahrt und nie gelesen hat.
Seine Suche führt ihn bis nach Irland, wo er viele skurrile Typen kennenlernt. Was aber heißt schon skurril? „Alle meine Figuren erinnern mich an wirkliche Menschen“, erklärt der Autor.
Zwischen Zufall und Vorahnung
Ein zentrales Element bei Heinrich Steinfest ist der Zufall. Der bei näherer Betrachtung aber nur das äußere Gewand eines geheimen inneren Zusammenhangs ist. Diesem Zusammenhang überlassen sich Steinfests Figuren gern.
Dem irischen Busfahrer, der die Route verlässt und ein unbekanntes Ziel ansteuert, vertraut sich Ashok Oswald ganz instinktiv an. Steinfest kommentiert: „Dieser Busfahrer ist sowas wie ein göttlicher Bote.“
Das Fantastische im Leben
Trotz der geschilderten außergewöhnlichen Situationen im Roman, steckt das Fantastische für den Autor nicht in fernen Welten, sondern mitten im Alltag. „Das fantastische Element, das ist bei mir, sage ich mal, das ist die Magie im Alltag. Und das ist ja auch etwas, was ich aus dem Leben kenne.“
Seine Figuren sind oft gekennzeichnet durch Zweifel, was sie wiederum menschlicher macht. „Also meine Figuren sind ja auch Zweifler, oder sehr oft Zweifler. Ich denke mal, wie viele Menschen“, so der Autor.
Am Ende, so Steinfest, spiegele sich im Fantastischen nichts anderes als das Leben selbst: „Alles Absurde, was vorkommt, entspringt oder entspricht der Absurdität der Realität.“