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Von Shortlist bis Fanfiction – spannende Einblicke in aktuelle Literatur

Neue Bücher von Tomer Gardi, Cihan Acar und Oisín McKenna, eine Prognose zu Favoriten für die Shortlist des Preises der Leipziger Buchmesse und ein Gespräch über Fan Fiction

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Wer schafft es auf die Leipziger Shortlist?  Carsten Otte wagt eine Prognose

Er liegt oft daneben – tippt aber mit Leidenschaft: Kritiker Carsten Otte spricht mit Theresa Hübner über seine Favoriten für die Shortlist des Preises der Leipziger Buchmesse.

Ganz vorne sieht er Norbert Gstreins „Im ersten Licht“, plädiert aber auch für formal mutige, experimentelle Romane. Ob er diesmal richtig liegt, zeigt sich am Mittwoch.

Tomer Gardi erzählt vom Kapitalismus auf zwei Rädern

In den Metropolen der Welt hetzen sie von A nach B: Essenskuriere prägen das Stadtbild – und bleiben doch meist unsichtbar.

In „Liefern“ macht Tomer Gardi sie zu Protagonisten und Protagonistinnen und zu Sinnbildern unserer spätkapitalistischen Gegenwart. Ständig unter Zeitdruck, oft in prekären Verhältnissen, bewegen sie sich durch ein System, das Effizienz über alles stellt.

Gardi erzählt ernsthaft, aber nie ohne Witz. Wer das Buch gelesen hat, wird den Lieferanten und Lieferantinnen in der eigenen Straße mit anderen Augen begegnen.

Mehr als ein Nischenhobby: Fan Fiction kommt im Mainstream an

Fan Fiction – das sind neue Geschichten in bekannten Welten. Millionenfach schreiben Fans ihre Lieblingsbücher im Netz einfach weiter – mit alternativen Enden und neuen Konstellationen.

Lucien Haug gibt das Fan Fiction Magazin „Danke“ heraus und erklärt im Lesenswert-Gespräch, wie Fan Fiction funktioniert und warum es längst mehr als ein Nischenhobby ist.

Cihan Acars „Casino“ – ein Familienroman über Wahrheit und Lüge

Sechs Jahre nach „Hawaii“ meldet sich Cihan Acar mit „Casino“ zurück.

Er erzählt von einem Unternehmer, der zu Reichtum kommt – doch nie dem Verdacht entkommt, einst ein Verbrechen begangen zu haben. Während ein gigantisches Casino entsteht, zerfrisst die Ungewissheit seine Familie.

Ein starker Roman über Aufstieg, Schuld und die Macht der Gerüchte.

London zwischen Sehnsucht und Realität

In „Hitzetage“ schildert Oisín McKenna ein heißes Juniwochenende im Leben von vier Freunden und Freundinnen um die Dreißig: zwischen prekären Jobs, queerer Identität und zerplatzten Großstadtträumen.

Mit schnellen Perspektivwechseln und viel Gespür für Milieus zeichnet McKenna ein dichtes Porträt junger Menschen, die lernen müssen, dass London nicht alle Versprechen hält.

„Die Wut ist ein heller Stern“ – Ein Sprachkunstwerk von Anja Kampmann Von der Vergangenheit erzählen, als könne sie wieder stattfinden

Von der Bühne ins Bett – Wie die Nazis das Proletariat in St. Pauli gefügig machten   

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„Schuldig sein, ohne etwas zu tun“ Jahrhundertroman von Norbert Gstrein „Im ersten Licht“

Ein ganzes Jahrhundert, zwei Weltkriege – und eine versehrte Hauptfigur. Norbert Gstrein erfindet sich in „Im ersten Licht“ neu und bleibt sich in seiner literarischen Eleganz treu.

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Streit um Emerald Fennells „Wuthering Heights“-Verfilmung „Ich hatte immer das Problem, dass es zu wenig Sex in Literatur gibt“

Die neue „Wuthering Heights“-Verfilmung spaltet noch vor dem Erscheinen das Netz. Weshalb Erotik und Streit der Romanvorlage damit treu bleiben.

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Redakteur/in
Theresa Hübner
Moderator/in
Theresa Hübner