Georg-Büchner-Preis 2025

Warum Barbara Honigmann mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet werden sollte

Wer erhält den Georg-Büchner-Preis 2025?

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Von Autor/in Nina Wolf

Preise wurden ihr schon einige verliehen. Barbara Honigmann erhielt für ihr Werk bereits den Heinrich-Kleist-Preis, den Jean-Paul-Preis 2021, den Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung 2022, 2024 den Schiller-Gedächtnispreis, das Bundesverdienstkreuz am Band – um nur eine Handvoll zu nennen. Was fehlt, um diese eindrückliche Sammlung zu vervollständigen? Na klar, der Georg-Büchner-Preis. 2025 würde es doch mal Zeit dafür!

Denn Honigmann ist eine der bedeutendsten literarischen Stimmen unserer Zeit. Als jüdische Autorin, geboren 1949 in Ost-Berlin, erzählt sie vom Leben zwischen Ländern, Sprachen und Zugehörigkeiten.

Ihre Stärke: die autofiktionalen Erzählungen. In Büchern wie „Chronik meiner Straße“ oder „Unverschämt jüdisch“ verknüpft sie Autobiografie mit kollektiver Erinnerung. Ihre Sprache ist klar und unpathetisch, poetisch und eindringlich.

Gerade in einer Zeit, in der jüdisches Leben in Europa erneut angegriffen wird und Antisemitismus auf dem Vormarsch ist, wird ihre Literatur ein unmissverständlicher Akt der Selbstbehauptung - und eine Mahnung.

Denn Honigmann schreibt gegen das Vergessen – und für ein Deutschland, das sich seiner Geschichte stellt, ohne sie zu wiederholen. Sie erinnert daran, dass die deutsche Sprache auch eine jüdische ist – und eine poetische.

Deshalb verdient sie den Georg-Büchner-Preis. Für ihr Werk. Für ihre Haltung. Und für ihre Stimme, die heute nötiger ist denn je.

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Nina Wolf