Über Glück und Gnade des Schreibens

Hanns-Josef Ortheil: „Es steckt Magie drin, aber auch viel Arbeit“

Klarheit gewinnen aus dem Chaos – Hanns-Josef Ortheil und Bischof Peter Kohlgraf im Gespräch mit Alexander Wasner über Glück und Gnade des Schreibens. Ein Gespräch in Zusammenarbeit mit der Akademie des Bistums Mainz.

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Die „Ursuppe“ 

Der Schriftsteller Hanns-Josef Ortheil beschreibt das Schreiben als einen Weg, aus einer chaotischen „Ursuppe" von Gedanken und Eindrücken eine klare Struktur zu formen. Dieser Prozess, so erklärt er, sei magisch, aber auch ganz schön mühselig: ein harter Kampf mit sich und der Kreativität.  

Mainzer Bischof Peter Kohlgraf
Mainzer Bischof Peter Kohlgraf

Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf sieht darin Parallelen zu seinem eigenen Glaubensleben. Er erzählt von seiner Zeit der Berufung, in der ihm Tagebücher sehr geholfen haben.

Auch der Glaube beginne oft in einer diffusen Ahnung, die durch Zweifel und Reflexion an Kontur gewinnt. Beide sind sich einig: Zweifel sind kein Versagen, sondern Motor für Tiefe und Authentizität, sei es im Schreiben oder im spirituellen Leben. 

Alexander Wasner im Gespräch mit Bischof Peter Kohlgraf und Hanns-Josef Ortheil im Staatstheater Mainz
Alexander Wasner mit Bischof Peter Kohlgraf und Hanns-Josef Ortheil im Staatstheater Mainz. Ein Gespräch in Zusammenarbeit mit der Akademie des Bistums Mainz.

Der Glaube an die KI 

Im Gespräch geht es auch um die Herausforderungen des Schreibens ebenso wie um die des Glaubens. Wer glaubt, dass KI dabei helfen könne, sämtliche kreativen Prozesse zu ersetzen, irre.

Ortheil betrachtet KI-generierte Texte als präzise, aber seelenlos. Während KI hilfreiche Werkzeuge bereitstellt, könne sie weder die persönliche Handschrift eines Autors noch die spirituelle Dimension eines Textes erfassen. 

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Die existenziellen Fragen des Schreibens und Glaubens

Kohlgraf ergänzt, dass gerade in einer Zeit zunehmender Automatisierung das individuelle Schreiben – mit all seinen Zweifeln und Widersprüchen – eine unverzichtbare Form des Ausdrucks bleibt.  

Das Gespräch lädt ein, über die existenziellen Fragen des Schreibens und Glaubens nachzudenken und über die Rolle, die wir selbst in einer technisierten Welt spielen wollen.

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Das Gespräch führte
Alexander Wasner
Gespräch mit
Hanns-Josef Ortheil
Peter Kohlgraf