Jarka Kubsova ist für ihren neuen Roman „Im Licht des neuen Tages“ einer der rätselhaftesten Figuren der tschechischen Literatur gefolgt:
Viktorka, bekannt aus Božena Němcovás Roman „Die Großmutter“. Doch Viktorka war keine Erfindung. Die junge Frau hat im 19. Jahrhundert tatsächlich gelebt.
Die wirkliche Frau hinter der Romanfigur
Über Viktorkas Leben ist nur wenig bekannt. Historische Dokumente legen jedoch nahe, dass ihr Schicksal anders verlief als in der literarischen Überlieferung. Besonders schwer wiegt die Behauptung, sie sei eine Kindsmörderin gewesen.
Jarka Kubsova erzählt Viktorkas Leben nicht einfach historisch nach, sondern verwebt es mit dem einer Schriftstellerin, die in den böhmischen Wäldern Ruhe sucht.
Zurück zu den eigenen Wurzeln
Auch für Kubsova selbst wurde die Arbeit am Roman zu einer Wiederannäherung an Tschechien. Sie kam als Zehnjährige aus der damaligen Tschechoslowakei nach Deutschland und entfernte sich lange von ihrer Herkunft.
Durch die Recherche, sagt sie, habe sie diesen „Faden“ wieder aufgenommen, las viele tschechische Autorinnen und Autoren neu.
Etwas begegnete ihr immer wieder: eine besondere „Gewitztheit“, ein kluger, ironischer und widerständiger Humor. Sie findet ihn bei Němcová ebenso wie beim „braven Soldaten Schwejk“ – und in der tschechischen Gegenwartsliteratur.
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