Spaß am Schreiben, Kampf für den Erfolg
Die letzten drei Jahre mit ihren Bestsellern „22 Bahnen“, „Windstärke 17“ und dem kürzlich erschienenen Roman „Die Assistentin“ brachten Autorin Caroline Wahl vor allem: Unabhängigkeit und Freiheit. Sie hat das Schreiben zu ihrem Beruf gemacht. Mit dem Erfolgsdruck, der damit verbunden ist, kann sie gut umgehen.
Ich weiß ja, dass die nächsten Texte Bestseller werden.
Dass ein Text sich nicht verkaufe, davor habe sie keine Angst, erzählt Caroline Wahl. Eher davor, einen schlechten Text zu veröffentlichen. Andererseits sei es auch normal und in Ordnung, wenn es mal nicht so gut laufe. Dann müsse man am Ball bleiben, sagt sie.
Schutzraum Schreiben
Beim Schreiben kann Caroline Wahl am besten abtauchen. Dann ist sie ganz bei ihren Figuren und denkt weder an ihre Leser*innen, die Kritik oder die Community. Obwohl ihr das Schreiben großen Spaß macht, kennt auch sie Phasen, in denen es nicht so gut läuft. Letztlich sei es aber sehr erfüllend.
Ihr Schreiben soll lebendig bleiben
In ihrem jüngsten Roman „Die Assistentin“ hat sie einen neuen Erzählton ausprobiert, schließlich wolle sie sich auch erzählerisch weiterentwickeln. Sie habe auch gemerkt, dass sie diesen Roman nicht aus der Ich-Perspektive erzählen konnte. Sie brauchte für das Thema mehr Distanz.
Machtmissbrauch im Verlag – Caroline Wahls neuer Roman „Die Assistentin“
Patriarchale Strukturen sichtbar machen
Die Geschichte von Charlotte, die sich als Assistentin in einem großen Verlag in ein toxisches Arbeitsverhältnis zu ihrem Chef begibt, soll patriarchale Strukturen aufdecken, die es laut Caroline Wahl in vielen Branchen gebe.
Ausgerechnet in der Buchbranche erwarte man es am allerwenigsten. Die groteske Verleger-Figur mit all ihren Marotten zu entwickeln, habe ihr aber viel Spaß gemacht.
Multimediale Verarbeitung ihrer Geschichten
Während ihre ersten beiden Romane in der Hörbuchfassung von Schauspielerinnen gelesen wurden, hat Caroline Wahl „Die Assistentin“ selbst im Studio eingelesen. Dass hier keine professionelle Sprecherin am Werk ist, hört man. Die Kritik am Hörbuch, gerade auf Social Media, war nicht gerade konstruktiv. Den nächsten Roman will sie nicht mehr selbst einsprechen.
Wenn es so persönlich wird, dann denke ich mir so: Ey Leute, jetzt benehmt euch doch mal.
Sehr glücklich wiederum ist Caroline Wahl mit der Verfilmung von „22 Bahnen“, die in diesem Sommer in die Kinos gekommen ist. Der Besuch auf dem Filmset hat sie sehr beeindruckt, weil so viele Menschen daran gearbeitet haben, die Geschichte, die sie sich ausgedacht hat, auf die Leinwand zu bringen.
Hoffnung geben als Motivation
Ihre Romanheldinnen haben gemeinsam, dass sie sich aus einer unglücklichen Lage befreien müssen und schließlich den Schritt in ein selbstbestimmtes Leben wagen.
Dies zu erzählen, den Mut dazu vielleicht auch an andere weiterzugeben, ist Caroline Wahls Ziel beim Schreiben. Ihre Offenheit, auch weitere Ziele wie den Deutschen Buchpreis erwähnt zu haben, bereut sie nicht.
Ich war noch nie eine, die von allen gemocht wurde.
Caroline Wahl hat gelernt, sich auf das Positive zu konzentrieren, und sie weiß, was sie auf keinen Fall machen sollte: Das Schreiben vernachlässigen.
Auch jetzt, in stressigen Zeiten mit Lesereise und Debatten auf Social Media und im Feuilleton, arbeitet sie schon an ihrem nächsten Roman: Diesmal ist es ein Roadtrip, auf dem sie sich mit ihrer Figur befindet. Das Wichtigste wieder: Spaß beim Schreiben.