Musikthema

Der Hype auf Musik zum Schlafen

Schlaf und Musik gehören zusammen – das beweisen Komponisten wie Franz Liszt, Johannes Brahms und Frédéric Chopin schon seit Langem. Und Max Richter geht mit seinem Werk „Sleep“ vor zehn Jahren viral. Weshalb ist es so beliebt und welche Musik verbessert tatsächlich den Schlaf?

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Von Autor/in Lena Hofbauer

Die meisten denken, dass es zum Schlafen still sein muss. Nicht umsonst gibt es Nachtflugverbote und Lärmschutzverordnungen. Aber muss es unbedingt die absolute Stille sein? Oder können sich Musik und andere entspannende Klänge positiv auf die Schlafqualität auswirken? 

Max Richters Schlafmusik

Im Jahr 2015 wurde das getestet: In einem Konzertsaal voller Menschen, die nicht gespannt einem Konzert zuhörten, sondern zur Musik von Max Richter schliefen. Und das war so gewollt. Während die Konzertbesucher schliefen, erklang ruhige Musik, gespielt von Klavier, Cello, zwei Bratschen, zwei Geigen, Orgel, Soprangesang und Synthesizer. In Zusammenarbeit mit einem Neurowissenschaftler erforschte das Team den Klang und wie er auf den schlafenden Geist interagiert.

Das 8 ½ stündige Stück „Sleep“ wurde zu einem der meistgeklickten klassischen Musikprojekte des 21. Jahrhunderts. Die neue kurze, knackige Version davon hat denselben Effekt. Es ist ein Mix aus klassischer Musik mit Ambient-Einflüssen, der den Schlaf positiv beeinflusst.

Ein Vergleich mit der deutschen Schlaf-Musik-Forschung

An der TU Dresden gibt es ein aktuelles Forschungsprojekt namens „Lullabyte“. Hier untersucht Miriam Akkermann mit einem Team die Wirkung von Musik auf den Schlaf. Es gibt sowohl klassische Schlafexperimente, als auch einzelne Livemusik-Erlebnisse zum Schlafen, bei dem vor allem auf die Musik geachtet wird.

In Lullabyte geht es bei uns um die Frage nach den Wirkmechanismen, wenn Musik zum Schlaffördern eingesetzt wird.

Das Ergebnis des ersten Experiments der Forschungsgruppe war, dass es nach objektiven Messungen keinen Unterschied machte, ob die Versuchsgruppen mit oder ohne Musik schliefen. Getestet und getrennt vorgespielt wurden unterschiedliche Musikrichtungen, wie beispielsweise Ambient oder Klaviermusik. Laut Akkermann gibt es keine wissenschaftliche Bestätigung, dass eine bestimmte Musikrichtung besonders gut für den Schlaf ist.

Gleichzeitig gibt einige Parameter, die bei vielen Menschen den Schlaf fördern: Musik mit einer speziellen Frequenz, sogenannte binaurale Beats, können beispielsweise beim Schlafen helfen. Änderungen innerhalb der Musik fordern Aufmerksamkeit, also ist eine gleichbleibende Musik ohne abrupte Wechsel bei vielen schlaffördernder.

Ob es nun Klassik, Ambient, oder Popmusik ist, die beim Schlafen hilft, hat mit der subjektiven Erwartungshaltung und aktuellen Trends zu tun. Max Richter hat mit seinem Mix aus Ambient und Klassik schon mal bei vielen den „Schlafnerv“ getroffen.

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Autor/in
Lena Hofbauer
Lena Hofbauer
Künstler/in
Max Richter