Hits und Storys

The Rolling Stones: "Get Yer Ya-Ya’s Out!" – nicht perfekt, aber mit Haltung

1969 ist ein schwieriges Jahr für die Rolling Stones. Die Band steht mächtig unter Druck und das hört man auf dem Live-Album "Get Yer Ya-Ya's Out".

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Stand

Von Autor/in Bernd Rosinus

Die Bedeutung von "Get Yer Ya-Ya’s Out"

Der Titel kommt ursprünglich aus dem Blues. Es gab schon 1938 den Song "Get Your Years, Years Out". "Yeah, Years Out, Yes, Yes" ist ein alter Blues-Slang und meint sehr körperlich und tänzerisch den "Hintern". Also "Schüttel dein Gesäß" in dem Sinne, "Beweg‘ Dich", "Lass die Energie raus". Genau das ist Programm dieses Albums.

Die Rolling Stones 1969 mächtig unter Druck

1969 war ohnehin ein sehr extremes Jahr für die Stones. Brian Jones war kurz zuvor gestorben. Mick Taylor kam neu in die Band. Die Stones standen unter enormem Druck – und genau das hat man hier gehört.

"Get Yer Ya-Ya's Out" ist kein sauberes Live-Album. Im Gegenteil, nicht jeder Ton sitzt. Manchmal wackelt es rhythmisch schon ziemlich, aber genau das macht die Platte so stark, findet SWR1 Musikchef Bernd Rosinus.

1 - "Jumpin'Jack Flash" - Get Yer Ya-Ya's Out

Das Album ist mehr Gefühl als Perfektion

Klar, die Stones wollten nie klinisch perfekt sein. Songs wie "Jumpin‘ Jack Flash", "Street Fighting Men" oder "Sympathy for the Devil" klingen hier nicht geschniegelt und das hat sich, wenn man ganz ehrlich ist, bis heute auch nicht grundlegend geändert.

"Get Yer Ya-Ya’s Out!" gilt als Inbegriff von Live-Rock

Ein spannender Punkt: Ganz unbearbeitet ist es aber trotzdem nicht. "Get Yer Ya-Ya‘s Out" lebt vom Live-Gefühl, wurde aber im Studio durchaus nachbearbeitet. Bei mehreren Songs hat Mick Jagger die Liedstimme später noch mal eingesungen. Auch Keith Richards Background Vocals wurden teilweise ergänzt.

Bei "Sympathy for the Devil" hat man sogar nachträglich eine komplette Strophe herausgeschnitten. Es klingt aber trotzdem irgendwie wie live.

Die Rolling Stones setzen mit "Get Yer Ya-Ya’s Out!" Maßstäbe

Das Album zeigt, worum es bei den Stones immer gegangen ist: nicht um Perfektion, sondern um Haltung. Dieses Album sagt: "Live darf wackeln, solange es brennt und Energie hat".

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Erstmals publiziert am
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Autor/in
Bernd Rosinus
SWR1 Musikchef Bernd Rosinus erzählt die Geschichten zu den größten Hits aus der Rock- und Popmusik. © SWR
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SWR1 Rheinland-Pfalz
Eins gehört gehört. SWR1. (Schriftzug SWR1 auf gelbem Hintergrund)
Das Gespräch führte
Annett Lorisz
Moderatorin Annett Lorisz aus dem SWR1 Team