„Double Bass Quartet“ besticht durch die gelungene Auswahl an Stücken, die im Zusammenspiel perfekt funktionieren, zugleich allen Musikern erlauben, sich individuell zu entfalten. Jazzexperte Niklas Wandt zeigt sich von dem virtuosen Spiel der Gruppe fasziniert, die neben Eric McPherson am Schlagzeug mit Pianist David Virelles sowie Ben Street und John Hébert an den Kontrabässen beeindruckt.
Album Tipp Jazz Geschichtenerzähler der Extraklasse - „El Viejo Caminante” von Dino Saluzzi
Der 90jährige Dino Saluzzi gilt als großer Meister des Bandoneons. 1935 wurde er in Campo Santo im Norden von Argentinien geboren. Das Bandoneon gehörte zur Grundausstattung seiner Musikerfamilie - der argentinische Tango ist ohne das Bandoneon und seinen typischen Klang undenkbar. Das kleine Instrument mit Blasebalg und verwirrend vielen Knöpfen an den Seiten wurde schon früh Dino Saluzzis Medium.
Album Tipp Jazz „Eigengrau“ - Vincent Meissner Trio (Label: ACT)
Vincent Meissner wurde im Jahr 2000 in einem kleinen Dorf in Mittelsachsen geboren und entdeckte früh seine Leidenschaft für den Jazz. Seit 2019 studiert der Pianist und Komponist in Leipzig an der Hochschule für Musik und Theater bei Michael Wollny und Frank Chastenier. Vor vier Jahren erschien Vincent Meissners Debütalbum „Bewegtes Feld“ und inzwischen zählt der mehrfach ausgezeichnete Musiker zu den vielversprechenden Newcomern im europäischen Jazz. Das neue Album des Trios, zu dem auch der Bassist Josef Zeimetz und der Schlagzeuger Henri Reichmann gehören, trägt den Titel „Eigengrau“. Unser Jazzkritiker Niklas Wandt hat reingehört und schwärmt: überraschend, verspielt und verschachtelt, aber nie ausufernd, mit einem Gespür für große Popgesten.
Album Tipp Jazz „Dear Alex“ - Elegante Verbeugung vor einem großen musikalischen Vorbild
Der dänische Schlagzeuger Stefan Pasborg kommt zwar aus einer Künstlerfamilie, verdankt aber die entscheidenden Impulse für seine musikalische Laufbahn dem legendären Drummer Alex Riel. Der war sein Patenonkel, Freund und Mentor. Als er 2024 starb, fand Pasborg im Nachlass seines Onkels eine Liste mit Lieblingssongs und hat diese jetzt mit seinem Trio eingespielt. Alex Riel habe einen großen Einfluss auf ihn und seine Musik gehabt, sagt Stefan Pasborg, er sei aber auch immer offen gewesen für Neues und für die musikalische Sichtweise seines Patensohnes. Genauso ist diese Aufnahme gestaltet: „Dear Alex“. Eingespielt an einem einzigen Tag, zollt sie Riel großen Respekt, findet aber auch eine ganz eigene Sprache und wird vom SWR-Jazzexperten hochgelobt.