Sofia Gubaidulina war viel mehr als nur die große Mystikerin der zeitgenössischen Musik. Das zeigt dieses Album. Diese Komponistin war extrem offen, sie arbeitete mit seriellen Techniken, mit Geräuschen, mit Elektronik, Zufallsoperationen, Mikrotonalität und wie in „Revuemusik“ auch mit Jazz.
Titus Engel dirigiert das Unterschiedliche mit großer Genauigkeit und mit der Hingabe, die Gubaidulinas Werke unbedingt brauchen, um zu wirken. Unter Engels‘ Leitung wirkt das jüngste Werk des Albums, das Orchesterwerk „Zeitgestalten“ von 1989, wie eine Synthese.
Das Ende dieses Stücks ist, typisch für die Komponistin, nicht nur versöhnlich, sondern verweist in eine andere Dimension. „Ohne Religion“, hat Sofia Gubaidulina einmal gesagt, „hat das Komponieren keinen ernsthaften Grund.“