Transidentität, Transgender, Transgeschlechtlichkeit spielen in unserer Gesellschaft eine zunehmende Rolle. Besonders im Bereich der geschlechtsangleichenden Operationen zeigt sich diese Entwicklung: Die Zahl der Eingriffe hat sich in Deutschland seit 2012 mehr als verdoppelt, 2023 wurden mehr als 3.000 geschlechtsangleichende Operationen durchgeführt.
Häufig ist es so, dass die operationssuchenden Patient:innen einen langen Weg hinter sich haben und sich sehr sicher sind. Die Quote der Menschen, die das Ganze dann bereuen, ist extrem gering.
Transgenderchirurgie: Zahl der Operationen nimmt zu
An den Kliniken Essen-Mitte gehören diese Operationen seit vielen Jahren zum Schwerpunktbereich. Im Zentrum für Transgenderchirurgie ist Isabelle Kurth Oberärztin und stellvertretende leitende Ärztin.
Psychische Belastung vor der Geschlechtsumwandlung
Eine geschlechtsangleichende Operation ist in der Regel das Ergebnis eines langen Prozesses, sagt Isabella Kurth. Viele Betroffene setzen sich über Jahre mit ihrer Identität auseinander.
Es kann zur Stigmatisierung und zum sozialen Abstieg führen – zu selbstverletzendem Verhalten, zu Suchtverhalten, zu Depressionen.
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Geschlechtsumwandlung: Warum sie die Lebensqualität verbessert
Die Entscheidung für eine Operation fällt nicht von heute auf morgen. Gleichzeitig zeigen Erfahrungen aus der Praxis, den Menschen geht es dann besser.
Wenn man das Ganze behandelt, verbessert sich die Lebensqualität langfristig.
Wie funktioniert eine Geschlechtsumwandlung? Ablauf und Dauer
Die Dauer einer Operation hat sich in den letzten Jahren verkürzt, verrät Isabella Kurth: Früher hat sie sieben bis acht Stunden gedauert, heute sind es drei bis fünf.
Wir entfernen die Hoden und die Schwellkörper und benutzen die Haut des Penisschaftes für die Auskleidung des Neovaginalkanals.
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Mehr Sichtbarkeit für Transgender in den Medien
Zuletzt ist das Thema geschlechtsangleichende Operationen vor allem in den (sozialen) Medien deutlich präsenter geworden – mit Vor- und Nachteilen.
Es ist so, dass [das Thema] medial sehr zugenommen hat in den letzten Jahren. Auf der einen Seite ist das sicherlich gut, weil Medien Menschen erreichen. [...] Auf der anderen Seite kann es zu großen Kontroversen führen, zu Diskussionen und möglicherweise auch zu Verunsicherungen.
Lange Wartezeiten und psychische Herausforderungen
Die Wartezeiten bis zu einem Erstgespräch für eine Geschlechtsumwandlung sind weiterhin lange. Teilweise dauert es bis zu einem halben Jahr, bis Betroffene einen Termin in einer spezialisierten Klinik bekommen.
Man darf es sicherlich auch nicht unterschätzen, was das Ganze, diese körpermodifizierenden Maßnahmen, für einen Unterschied machen, auch psychisch.