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Tatortstar Joe Bausch: Unter Mördern

Joe Bausch ist nicht nur Rechtsmediziner im Kölner Tatort, er ist auch Mediziner im echten Leben. Mehr als 30 Jahre lang war er Anstaltsarzt in der Justizvollzugsanstalt Werl. Obwohl er in menschliche Abgründe geschaut hat, ist er dennoch überzeugt: "Der Mensch ist gut".

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Von Autor/in Katja Heijnen

Bauernsohn im Westerwald

Gewalt kannte Joe Bausch von frühester Kindheit an: Prügel durch den Lehrer, den Pfarrer und durch seinen Vater waren an der Tagesordnung. Jeder Fehler wurde bestraft. Hinzu kam sexueller Missbrauch durch den Pflegesohn, der mit auf dem Bauernhof lebte. Anerkennung gab es nur für harte Arbeit auf dem elterlichen Bauernhof und Leistung.

Ich hätte problemlos kriminell werden können.

Doch Joe Bausch hat die Kurve gekriegt: Er übernahm nicht, wie vorgesehen, den elterlichen Hof, studierte stattdessen erst Theaterwissenschaft und Jura, später Medizin. Ab 1986 arbeitete er als Anstaltsarzt in der Justizvollzugsanstalt Werl. Obwohl seine Patienten Mörder, Vergewaltiger oder Geiselnehmer waren, war ihm stets wichtig, jeden mit Respekt zu behandeln. 

Tief in die eigene Vergangenheit abgetaucht

Seit seiner Pensionierung hat er "nur" noch zwei statt drei Berufe: Bestsellerautor und Schauspieler. In Büchern wie "Knast" oder "Maxima Culpa" schrieb er darüber, wie Menschen zu Monstern werden. In "Verrücktes Blut" hat er sich der eigenen Geschichte gestellt – was nicht immer einfach war. 

Den meisten Verbrechen geht ein Scheitern voraus, aber nicht jeder, der im seinem Leben scheitert, wird zum Verbrecher.

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