Leiterin des Instituts für Bildungsanalysen BW Ulrike Rangel

Schulen in BW: So soll eine bessere Bildung sichergestellt werden

Ulrike Rangel ist Psychologin und kümmert sich um Bildung in Baden-Württemberg. Sie spricht darüber, wie Bildung gemessen werden kann und wie die Qualität sichergestellt wird.

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Qualität entsteht an den Schulen vor Ort, das ist ganz wesentlich.

Wie gut ist das deutsche Bildungssystem?

Wie wird Bildung gemessen? Wie lässt sich bestmögliche Bildung sicherstellen? Seit fast einem Jahr ist Ulrike Rangel an der Spitze des Instituts für Bildungsanalysen Baden-Württemberg. Als promovierte Psychologin setzt sie sich für eine "Kultur des Hinschauens" ein – bei Schulen, Schulaufsicht und Ministerium.

Ein Vorbild für andere Bundesländer könne dabei Hamburg sein, meint sie. Dort würden Schüler:innen durch systematische Lernstandserhebungen bereits sehr gut gefördert. In Baden-Württemberg werde das nun mit dem Programm "SprachFit" umgesetzt.

SprachFit soll Schüler:innen in BW gezielt fördern

Das Programm "SprachFit" soll sicherstellen, dass Kinder gut vorbereitet sind, wenn sie in die Schule kommen. Sie müssen ein Sprachniveau haben, mit dem sie dem Unterricht folgen können, erklärt Ulrike Rangel.

Das ist ein zentrales Ziel, nicht nur um Bildungserfolg zu ermöglichen, sondern auch um Bildungsgerechtigkeit herzustellen – eben vor dem Hintergrund unterschiedlicher Voraussetzungen.

Die entsprechenden Tests erfolgen unter anderem im Rahmen der normalen Einschulungsuntersuchung. Kinder könnten dann künftig bei Bedarf eine zusätzliche Sprachförderung bekommen. Um das personell leisten zu können, würden viele zusätzliche Ressourcen im Rahmen des SprachFit-Programms aufgebaut, so Rangel.

Welche Chancen und Risiken hat eine Schüler-ID in BW?

In der Diskussion und Entwicklung ist derzeit eine "Schüler-ID", mit der in anonymisierter Form genauere Erkenntnisse über Lernentwicklungen gewonnen werden sollen. Der Grünen-Politiker Cem Özdemir hatte eine solche Bildungs-ID gefordert.

Mit der Idee von Herrn Özdemir machen wir einen weiteren Schritt auf den 'gläsernen Menschen' zu. Daher finde ich den Vorschlag der Schüler-ID nicht gut.

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Schüler sollen künftig durch ein digitales Verzeichnis landesweit erfasst werden. Eine sogenannte Schüler-ID soll Daten sammeln und verhindern, dass Schulabbrecher unter den Radar fallen.

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Die Frage, in welchem Umfang Daten bei der Schüler-ID erhoben werden, ist sehr wichtig, betont Ulrike Rangel.

Uns ist nicht daran gelegen, einen gläsernen Schüler zu schaffen, wo wir dann alle Daten an einer Person festmachen. Es geht um Daten, die notwendig sind, um beispielsweise die Förderung von Schülerinnen und Schülern zu ermöglichen.

Es müsse stets hinterfragt werden, wofür Daten gebraucht und erhoben werden. Wichtig seien sicherlich Basiskompetenzen wie Deutsch und Mathe. Kinder sollten wirklich lesen können, so Ulrike Rangel. Dies sei schließlich "ein Schlüssel zur Welt".

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