Zuerst gab es sie, dann wurde sie gestrichen, jetzt kommt sie wieder: Die Bundesregierung führt die Förderung für E-Autos wieder ein. Mit bis zu 6.000 Euro unterstützt der Staat den Kauf oder das Leasing eines E-Autos, für Plug-in-Hybride gibt es maximal 4.500 Euro. Im April hat die Bundesregierung die Prämie beschlossen. Rund drei Milliarden Euro stellt der Bund für die Förderung zur Verfügung.
Seit Dienstag ist das Online-Portal für die Anträge der Prämie freigeschaltet. Die Förderung kann rückwirkend bis zum 1. Januar des Jahres beantragt werden.
Kundin: "Prämie ist wichtig bei der Entscheidung für ein E-Auto"
Für Heidi Roth, die Kundin in einem Autohaus in Albstadt (Zollernalbkreis) ist, macht die Prämie tatsächlich einen Unterschied. "Die Prämie ist schon wichtig zur Entscheidung des E-Autos, weil das E-Auto ja auch teurer ist als ein normales Auto", sagt sie. Roth least zwar bereits ein E-Auto, aber der Vertrag läuft im November aus.
Förderung bei maximal 90.000 Euro
Doch nicht jeder hat Anspruch auf die Förderung: Die Prämie wird nur an Privatpersonen ausgezahlt, deren zu versteuerndes Haushaltseinkommen die Grenze von 80.000 Euro im Jahr nicht übersteigt. Für Eltern mit bis zu zwei Kindern unter 18 Jahren verschiebt sich die Einkommensgrenze nochmals um 5.000 Euro je Kind nach oben. Sie liegt also bei maximal bei 90.000 Euro.
Was halten Autohändler im Land von der Prämie?
Der Autohändler Gerd Krug aus Albstadt findet es gut, dass die Anträge nun möglich sind. Er hofft allerdings darauf, dass die Prämie danach schnell bei den Kunden ankommt. Denn wer ein E-Auto oder einen Hybrid kaufe, müsse das Geld zunächst vorstrecken. "Wenn der Kunde mit vier-, fünf- oder sechstausend Euro in Vorleistung gehen muss, ist das für viele auch ein Hemmnis."
Prämie könnte E-Auto-Verkäufe kurzfristig in die Höhe treiben
Kurzfristig dürfte die Prämie E-Autos attraktiver machen, sagt der SWR-Wirtschaftsexperte Michael Herr. Das legen Zahlen des Vergleichsportals "Verivox" nahe: Beim Vergleichsportal kommt man zum Ergebnis, dass Kunden neben der Prämie zusätzlich 1.800 Euro Zinskosten sparen können, wenn sie die Prämie direkt beim Autokredit als Sondertilgung einbringen.
Mittel- und langfristig komme es darauf an, wie die Hersteller auf die Förderung reagieren, sagt Herr. In der Vergangenheit hätten die Händler teils massive Sonderrabatte angeboten, um die Autos zu verkaufen. Diese könnten durch die Prämien jetzt wieder getilgt werden. Inwieweit die Förderung die Verkaufszahlen in die Höhe treiben wird, bleibt also abzuwarten.
Autohändler Krug: E-Autos machen aktuell 70 Prozent der Verkäufe aus
Beim Autohändler Krug aus Albstadt machen die E-Autos schon jetzt einen Großteil der Verkäufe aus. 70 Prozent fielen auf die Stromer, trotz Wirtschaftskrise verkaufe er derzeit mehr Autos als im vergangenen Jahr, sagt Krug. "Das ist ganz klar hervorgerufen vom Iran-Krieg, dass die Spritpreise an den Tankstellen so in die Höhe geschossen sind."