Kurz vor Landtagswahl in BW

Tour-Finale in Freiburg: "Wahl-O-Mat zum Aufkleben" im Einkaufszentrum

Bis zum Schluss auf die Landtagswahl aufmerksam machen: Die Aktion "Wahl-O-Mat zum Aufkleben" tourt durch Einkaufszentren in BW - und erreicht viele zufällige Besucher.

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Stand

Von Autor/in Louise Schöneshöfer

Wer am Freitagnachmittag ins Einkaufszentrum im Freiburger Stadtteil Oberwiehre ging, dem dürften die zwei gelben Stellwände im Eingangsbereich sofort aufgefallen sein. Darauf prangte die Aufschrift "Wahl-O-Mat zum Aufkleben" – eine analoge, interaktive Version des bekannten Online-Tools der Landeszentrale für politische Bildung (LpB).

Der "Wahl-O-Mat" ist ein Hilfsmittel, mit dem man seine politischen Überzeugungen mit den Wahlprogrammen der Parteien vergleichen kann, die bei der Landtagswahl antreten. Er gibt keine Wahlempfehlung, sondern bietet lediglich die Möglichkeit, sich politisch zu informieren und sich eine eigene Meinung zu bilden.

"Wahl-O-Mat" beinhaltet 38 Thesen

Der Infostand in Freiburg mit dem "Wahl-O-Mat zum Aufkleben" sorgte für Aufmerksamkeit und neugierige Blicke: Menschen, die zufällig vorbeikamen, blieben stehen, schauten sich die Stellwände an oder fragten beim Team der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg, warum der Stand heute hier ist.

"Beim Ausbau der Verkehrsinfrastruktur soll die Schiene Vorrang vor der Straße haben", "mehr Krankenhäuser in Baden-Württemberg sollen in öffentlicher Hand sein" oder "die Betreuung der Kitas soll für alle Kinder beitragsfrei sein" sind drei der insgesamt 38 Thesen, zu denen Stellung bezogen werden konnte – indem grüne Aufkleber ("Ich stimme zu") oder rote Aufkleber ("Ich stimme nicht zu") direkt unter den Thesen angebracht wurden.

Beispielhafte Thesen aus dem "Wahl-O-Mat" für die baden-württembergische Landtagswahl am 8. März 2026.
Beispielhafte Thesen aus dem "Wahl-O-Mat" für die baden-württembergische Landtagswahl am 8. März 2026. Louise Schönehsöfer

"Ich fand es cool, dass ich als Jüngerer darauf angesprochen wurde mitzumachen", sagt Yasin Madzhar aus Freiburg. Er geht noch in die Schule. Bei der baden-württembergischen Landtagswahl darf er als 17-Jähriger aufgrund des neuen Wahlrechts wählen.

Daher findet er es wichtig, sich mit politischen Themen zu beschäftigen. Das sei zuletzt auch im Schulunterricht viel behandelt worden - aber auch bei ihm im Freundeskreis unterhalte man sich darüber, sagt Yasin Madzhar. Den "Wahl-O-Mat" als Online-Tool ist er bereits durchgegangen.

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Wenn die Haltung zu Thesen mit Parteiprogrammen "matcht"

Der Unterschied zum Analogen? "Man sieht, wie viele rote und grüne Sticker bereits von anderen Menschen auf der Wand kleben", sagt Yasin Madzhar. Online gehe das nicht.

Nachdem er zu allen Thesen Stellung bezogen hat, bleiben die restlichen Aufkleber auf seiner Schablone kleben. Diese kann er in einer Box scannen lassen. In Form eines Kassenbons kommt dann ein Papier aus der Box, das die prozentuale Übereinstimmung mit den Parteiprogrammen anzeigt.

Freiburger Einkaufszentrum war die letzte Station

Das Ziel des "Wahl-O-Mat zum Aufkleben" sei einerseits auf die Wahl aufmerksam zu machen, sagt der LpB-Mitarbeiter Rafael Rohrhuber, anderseits ein Informationsangebot. Er schaffe einen Ort der Begegnung, sagt Rafael Rohrhuber. "Während Leute ihn durchführen, kommen sie miteinander ins Gespräch", berichtet er.

Im Vergleich zum "Wahl-O-Mat" zu Hause, "beispielsweise alleine auf der Couch", sei es schon etwas anderes. Im öffentlichen Raum entstehe zum Beispiel mit der Freundesgruppe plötzlich die Gelegenheit, über politische Themen ins Gespräch zu kommen, so Rafael Rohrhuber.

Ein Mann steht vor zwei gelben Stellwänden der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg. Er hält eine Schablone mit Aufklebern in der Hand.
Rafael Rohrhuber, Mitarbeiter der Landeszantrale für politische Bildung, Stabstelle Kommunikation und Marketing und Fachreferent für Veranstaltungsmanagement. Louise Schöneshöfer

"Das besondere an der Tour durch Baden-Württemberg war auch, Menschen an non-formalen Bildungsorten zu erreichen", also Zielgruppen, die vielleicht sonst eher weniger Angebote der politischen Bildung erhalten würden, so Rafael Rohrhuber. Oder auch Menschen, die das Internet kaum nutzen.

In Mannheim, Weil am Rhein, Heidenheim an der Brenz, Balingen, Ravensburg und zuletzt Freiburg ließ sich ein Team der LpB mit dem "Wahl-O-Mat zum Aufkleben" jeweils für ein paar Stunden in Einkaufszentren nieder. Rafael Rohrhuber zufolge kamen bis zu 150 Menschen pro Tag vorbei – zum Teil auch Schulklassen.

Für Yasin Madzhar war der "Wahl-O-Mat" Online wie auch "zum Aufkleben" eine große Hilfe. Am Sonntag, den 8. März, geht er entschlossen ins Wahllokal - das erste Mal überhaupt. Der "Wahl-O-Mat" war für ihn die Bestätigung dafür, wen er wählen wird.

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Autor/in
Louise Schöneshöfer
Louise Schöneshöfer, Reporterin im SWR Studio Freiburg.

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