Der Umweltverband BUND hat sich am Wochenende mit Vertretern von Behörden und Wissenschaftlern getroffen. Gesucht wurde nach Wegen, wie sich nach dem Scheitern des Biosphärengebiets Allgäu-Oberschwaben die dabei gewonnenen Erfahrungen und Ideen trotzdem umsetzen lassen. Das Ziel: Zeit und Geld, die in den Prüfprozess des Biosphärengebietst investiert wurden, sollten nach dessen Aus im November nicht verschwendet sein.
Koalition der Befürworter will weiterarbeiten
Deshalb habe sich am Samstag eine "Koalition der Willigen" getroffen, berichtet der BUND. Gemeinsam wolle man daran arbeiten, bereits bestehende Strukturen weiter auszubauen und zu nutzen. Dafür brauche es allerdings finanzielle und personelle Ressourcen, um die im Prüfprozess erarbeiteten Projekte umzusetzen.
"Für eine intakte Natur und nachhaltiges Wirtschaften braucht es viele Schritte und Verbündete in der Bevölkerung, Politik, Wirtschaft und Forschung sowie in Institutionen und Behörden", sagte Maike Hauser, Regionalgeschäftsführerin des BUND Bodensee-Oberschwaben.
Es braucht viele Verbündete für eine intakte Natur.
Außerdem wolle man mit Pilotprojekten zeigen, wie Natur- und Moorschutz wirtschaftlich lukrativer werden könne. Beispielsweise könnten landwirtschaftliche Betriebe mit Firmen vernetzt werden, die Pflanzen aus Mooren verarbeiten. In anderen Regionen werde so bereits Geld verdient, so die Teilnehmer.
Gegner des Biosphärengebiets beim Wort nehmen
Die Gegner des Biosphärengebietes hätten stets gesagt, dass man auch ohne ein solches Großschutzgebiet an mehr Umweltschutz arbeiten könnte. "Die Aussagen nehmen wir beim Wort und erwarten, dass sich die kritischen Stimmen nun auch entsprechend bei alternativen Lösungen einbringen", so Martin Bachhofer, Landesgeschäftsführer des BUND.
Auf die großen Worte müssen Taten folgen!
Kritik am Biosphärengebiet hatten vor allem Landwirte und Großgrundbesitzer geäußert. Sie befürchteten, dass sie in einem solchen Schutzgebiet nicht mehr so wirtschaften dürfen wie bisher.