Mit einer klaren Mehrheit hat der Gemeinderat in Bad Waldsee am Montag dafür gestimmt, aus dem Prüfprozess für ein mögliches Biosphärengebiet Allgäu-Oberschwaben auszusteigen. Dem vorangegangen war eine mehr als zweistündige, teils hitzige Debatte. Die Besucherplätze waren voll belegt, manche Zuschauer verfolgten die Sitzung sogar im Stehen oder saßen auf einer Treppe.
Die Entscheidung ist ein herber Rückschlag für die Befürworter eines Biosphärengebiets Allgäu-Oberschwaben. Denn Bad Waldsee war die größte der mehr als 20 Kommunen, die noch für ein Biosphärengebiet infrage kamen.
Biosphärengebiet: Vorbild Schwäbische Alb?
Schon seit einigen Jahren wird in Oberschwaben die Einrichtung eines sogenannten Biosphärengebiets geprüft und diskutiert. In diesem großangelegten Gebiet sollen künftig wertvolle Flächen wie zum Beispiel Moore besonders geschützt werden. Gleichzeitig erhoffen sich Befürworter auch positive Folgen für die Wirtschaft.
Befürworter verweisen zudem auf Erfolge in den bestehenden Biosphärengebieten Schwäbische Alb und Schwarzwald. Doch für die Gegner der Pläne überwiegen Ungewissheiten und Nachteile. Wald- und Landbesitzer sowie Landwirte befürchten Einschränkungen für ihre Arbeit.
Weitere Entscheidungen über das Biosphärengebiet stehen bevor
Der Antrag für den Ausstieg kam von der CDU-Fraktion im Bad Waldseer Gemeinderat. Fraktionssprecher Maximilian Klingele zeigte sich nach der Entscheidung zufrieden. Aus seiner Sicht hätten die Nachteile für Bad Waldsee bei einem möglichen Biosphärengebiet überwogen.
Matthias Henne, Oberbürgermeister der Gemeinde und ebenfalls CDU-Mitglied, hatte sich im Vorfeld für das Biosphärengebiet ausgesprochen. Er sei zwar enttäuscht, akzeptiere aber die Entscheidung, sagte Henne dem SWR.
In den nächsten Tagen und Wochen stimmen noch weitere Gemeinden über einen möglichen Ausstieg aus dem Prüfprozess ab – darunter Ostrach, Wilhelmsdorf und Horgenzell.