Kreisumlage soll deutlich steigen

Haushalt: Kreis Biberach will auch kommendes Jahr schuldenfrei bleiben

Keine Schulden, niedrige Arbeitslosigkeit: Im Landkreis Biberach läuft vieles besser als in anderen Landkreisen. Doch jetzt soll die Kreisumlage deutlich erhöht werden.

Teilen

Stand

Von Autor/in Viktoria Clausnitzer

Der Landkreis Biberach ist Spitze im Land: Er hat keine Schulden und verzeichnet regelmäßig die niedrigste Arbeitslosenquote. Außerdem zahlen Städte und Gemeinden hier mit Abstand am wenigsten Geld an den Kreis. Doch diese sogenannte Kreisumlage soll nun deutlich steigen.

Am Mittwoch beschäftigt sich der Kreistag mit dem Haushaltsentwurf fürs nächste Jahr. Die Kreisumlage soll um 4,5 Prozentpunkte auf 31 Prozent erhöht werden. Das ist die Pflichtabgabe, die die Städte und Gemeinden an den Landkreis zahlen. Der Hebesatz der Kreisumlage könnte künftig weiter steigen, wenn Sozialkosten nicht deutlich begrenzt würden, heißt es aus dem Biberacher Landratsamt. Der Bereich Soziales mache mit 207 Millionen Euro gut die Hälfte der geplanten Ausgaben aus, gefolgt von Personalkosten (82,8 Millionen Euro) und dem ÖPNV (32 Millionen Euro).

Ab 2027 plant Kreis Biberach Schulden aufzunehmen

Insgesamt sieht der Entwurf vor, dass sich Ausgaben und Einnahmen bei gut 400 Millionen Euro die Waage halten, der Kreis im Jahr 2026 also schuldenfrei bleiben kann. 2027 müsse er sich - Stand jetzt - verschulden. Holger Adler, Finanzdezernent des Kreises Biberach, schreibt in der Sitzungsvorlage, dass die Kommunen sich in der "wahrscheinlich größten Krise der Kommunalfinanzen seit Gründung der Bundesrepublik" befänden.

Die Gründe sind laut Adler vielfältig: Weniger Steuereinnahmen wegen einer schwachen Konjunktur, seiner Meinung nach überzogene gesetzliche Vorgaben und Ansprüche im Sozialbereich. Adler fordert eine Reform des Sozialstaats und eine "aufgabengerechte Finanzausstattung" der Kommunen, für die Bund und Land sorgen müssten.

Biberacher Kreisfinanzdezernent befürchtet "schmerzhafte Kürzungen"

Noch könne der Landkreis seine Aufgaben erfüllen und notwendige Investitionen in die Schulen und Infrastruktur tätigen. Weitere Einsparungen seien nur "über schmerzhafte Kürzungen oder Streichungen" zu erreichen, andernfalls drohten große Finanzierungsprobleme und ein starker Anstieg der Verschuldung, so Adler.

Konstanz

Große Investitionen Landkreis Konstanz rechnet mit Rekord-Haushalt 2026

Am Montag ist im Konstanzer Kreistag der Haushaltsentwurf für das kommende Jahr eingebracht worden. Es geht um eine Rekordsumme von 526 Millionen Euro.

Konstanz

Defizit von 19 Millionen Euro Stadt Konstanz verhängt Haushaltssperre

Die Stadt Konstanz hat ab sofort eine Haushaltssperre verhängt. Nach einer Mitteilung der Stadt sind dafür die schlechten städtischen Finanzen die Ursache.

Friedrichshafen

Doppelhaushalt eingebracht – OB Blümcke setzt Rotstift an Stadt Friedrichshafen soll Bauprojekte auf Eis legen

Der Friedrichshafener Oberbürgermeister Simon Blümcke hat den geplanten Doppelhaushalt für die Jahre 2025 und 2026 vorgelegt. Fazit: Einige Bauprojekte müssen verschoben werden.

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Viktoria Clausnitzer
SWR-Redakteurin Viktoria Clausnitzer Autorin Bild

Unsere Quellen

Transparenz ist uns wichtig! Hier sagen wir Ihnen, woher wir unsere Infos haben!