Der Gebrauchtwagenmarkt für Elektroautos kommt in Bewegung: Aus einem kleinen Nischensegment habe sich innerhalb weniger Jahre ein etablierter Markt entwickelt, sagt Patrick Plötz vom Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) aus Karlsruhe. "Heute gibt es ein wachsendes Angebot, transparente Preise und verlässliche Qualitätsstandards", so Plötz. Noch vor fünf bis sechs Jahren waren gebrauchte Stromer kaum zu finden. Doch die vielen Neuzulassungen in den Jahren 2020 und 2021 sorgen jetzt für ein größeres Angebot.
E-Autos auf Gebrauchtwagenmarkt immer attraktiver
Die Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes zeigen den Trend: In den ersten vier Monaten dieses Jahres wechselten bundesweit knapp 120.000 gebrauchte Elektroautos den Besitzer - fast doppelt so viele wie im gleichen Zeitraum 2025 und fast dreimal so viele wie von Januar bis April 2024. "Die typischen Nutzungszyklen liegen bei drei bis vier Jahren", erklärt Plötz. Deshalb kommen jetzt die Autos aus den ersten Jahren des Jahrzehnts auf den Markt.
Auch die Auswahl wächst: Ob Stadtflitzer oder Mittelklassewagen - laut ISI gibt es inzwischen viele alltagstaugliche Modelle mit soliden Reichweiten und guten Ladeleistungen. Gebrauchte Elektroautos kosten meist nicht mehr als vergleichbare Benziner oder Diesel. Das könnte daran liegen, dass neue E-Autos in den ersten Jahren schneller an Wert verlieren als Verbrenner, wie Daten der Deutschen Automobil-Treuhand (DAT) zeigen.
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Batterie verliert bei gebrauchten E-Autos kaum an Leistung
Der Kilometerstand spielt beim Preis kaum eine Rolle. Selbst wenn ein Auto doppelt so viel im Jahr fährt, sinke der Wert nur um rund zwei Prozent, so das Institut. Beim Thema Batterie kann Plötz ebenfalls beruhigen: "Moderne Batteriesysteme sind deutlich langlebiger und verlässlicher als lange angenommen." Die Kapazität nehme pro Jahr nur um ein bis zwei Prozentpunkte ab - nach fünf Jahren haben die meisten Fahrzeuge immer noch mehr als 95 Prozent ihrer ursprünglichen Reichweite. Plötz' Fazit fällt klar aus: "Gebrauchte E-Autos machen den Umstieg bezahlbar - mit viel Auswahl, kalkulierbaren Preisen und weniger Unsicherheiten."
Bei Neuwagen zeigt sich eine andere Entwicklung. Autobauer haben ihre Preisnachlässe für E-Autos auf dem deutschen Markt zurückgefahren. Der monatliche Marktbericht des Center Automotive Research (CAR) macht dafür die E-Auto-Prämie des Bundes verantwortlich. E-Autos seien damit im Schnitt 1.971 Euro teurer als ein vergleichbarer Verbrenner gewesen.