Im Neckar-Odenwald-Kreis schreiben die kreiseigenen Kliniken tiefrote Zahlen. Die beiden Krankenhäuser in Mosbach und Buchen machen im Jahr zusammen rund 12 Millionen Euro Defizit, Tendenz steigend. Am Montag hat der noch amtierende baden-württembergische Gesundheits- und Sozialminister Manne Lucha (Grüne) das Mosbacher Krankenhaus besucht, um über die Zukunft der Kliniken zu diskutieren. Die Botschaft des Ministers war deutlich: Der Kreis solle sich auf ein Krankenhaus konzentrieren.
Nicht am Alten festhalten - sich aufs Neue konzentrieren!
In knapp zwei Wochen muss der Neckar-Odenwälder Kreistag darüber beraten, wie es mit den beiden Häusern in Mosbach und Buchen weitergeht, und klar ist schon jetzt: Es muss sich etwas ändern, denn weder Kreis noch Städte und Gemeinden können sich die Defizite ihrer Krankenhäuser noch lange leisten. Ein aktuelles Gutachten schlägt vor, das Buchener Krankenhaus zu erweitern und zum einzigen Krankenhaus des Flächenlandkreises zu machen. Der Standort in der Großen Kreisstadt Mosbach soll zu einem "Sektorenübergreifenden Versorger" werden, mit kleinerem Angebot und nicht rund um die Uhr erreichbar.
Die Wellen schlagen hoch im Landkreis, aber auch der Gesundheitsminister empfahl sehr deutlich: Schnell auf ein Krankenhaus setzen und die Entwicklung noch selber gestalten. Andernfalls drohe die Gefahr, dass am Ende keines der beiden Häuser überlebe. "Sie tun sich keinen Gefallen, wenn Sie am Status Quo festhalten", so Lucha zu den Vertretern und Vertreterinnen aus Mosbacher Gemeinderat, Kreistag und dem Aufsichtsrat der kreiseigenen Kliniken.
Am Ende sind beide Häuser weg.
Einer von mehreren Gründen für die Defizite: Die im Landesvergleich schlechte Auslastung der beiden Häuser in Mosbach und Buchen. Geht es nach dem Mosbacher Oberbürgermeister Julian Stipp (SPD) müsse man hier ansetzen, um zunächst die Belegungszahlen wieder nach oben zu bekommen. Lucha hingegen warnt, dass ein solcher Prozess zu lange dauern könnte: "Wenn Sie mit strukturellen Veränderungen warten, sind am Ende beide Häuser weg."