Ab dem 20. Juli wird die S-Bahn-Stammstrecke in Stuttgart für Bauarbeiten gesperrt. Acht Wochen lang fahren auf dem Streckenabschnitt in der Stuttgarter Innenstadt, über den fast alle S-Bahnen verkehren, keine Züge.
- Wie lange ist die Stammstrecke gesperrt?
- Welche Haltestellen sind nicht erreichbar?
- Wie oft fahren die S-Bahnen?
- Wie ist der Schienenersatzverkehr organisiert?
- Wie viele Fahrgäste sind betroffen?
- Was ist mit den angekündigten Verbesserungen?
- Was sind die Hintergründe der Sperrung?
- Wird die Stammstrecke in den kommenden Jahren gesperrt?
Wie lange ist die Stammstrecke gesperrt?
In diesem Sommer dauert die Sperrung des zentralen Streckenabschnitts besonders lang: Sie beginnt am 20. Juli um 1:30 Uhr und endet am 12. September um 4 Uhr. Damit ist die Stammstrecke zwei Wochen länger nicht passierbar als im vergangenen Sommer und beginnt schon vor dem Start der Schulferien am 31. Juli.
Der Grund: Neben den Arbeiten am Digitalen Knoten werden auch die Gleise der Wendeschleife im Bereich der Haltestelle Schwabstraße erneuert. Beides kann laut Bahn nicht parallel erfolgen.
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Wer in Stuttgart auf die S-Bahn angewiesen ist, muss umplanen. Der Haupttunnel durch die Innenstadt ist acht Wochen lang gesperrt. Die Fahrgäste reagieren mit Wut und Gelassenheit.
Welche Haltestellen sind nicht erreichbar?
Nicht angefahren werden die Haltestellen Hauptbahnhof (tief), Stadtmitte, Feuersee, Schwabstraße, Universität und Österfeld. Am Hauptbahnhof starten und enden alle S-Bahnen oberirdisch. Fahrgäste, deren Ziel auf der Stammstrecke liegt, müssen von den Gleisen über den Passagiersteg ("Fernwanderweg") zu den Bushaltestellen am Arnulf-Klett-Platz gehen - und eine entsprechende Wegzeit mit einplanen.
Wie oft fahren die S-Bahnen?
Die S-Bahnen verkehren alle 30 Minuten - nicht wie üblich im 15-Minuten-Takt. Sie fahren dabei nur bis zum Hauptbahnhof am einen Ende der Stammstrecke und Stuttgart-Vaihingen am anderen Ende. Die Haltestellen dazwischen können nur mithilfe des Schienenersatzverkehrs erreicht werden.
Wie ist der Schienenersatzverkehr organisiert?
Zwischen dem Hauptbahnhof und Stuttgart-Vaihingen fahren Busse entlang der Stammstrecke. Sie fahren im 10-Minuten-Takt, in der Hauptverkehrszeit im 5-Minuten-Takt. Genauere Informationen finden sich auf der Info-Seite der Bahn.
Wie viele Fahrgäste sind betroffen?
An einem regulären Werk- und Schultag nutzen laut einem Bahn-Sprecher etwa 354.000 Fahrgäste die S-Bahnen in und um Stuttgart. Die meisten von ihnen passierten dabei auch die Stammstrecke.
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Was ist mit den angekündigten Verbesserungen?
Ende Juni hatte Bahn-Chefin Evelyn Palla umfangreiche Verbesserungen für den Schienenersatzverkehr versprochen, der im Rahmen der Stuttgart-21-Bauarbeiten nötig wird. "Die kommenden Jahre dürfen sich für die Menschen in Stuttgart nicht so anfühlen wie die letzten Jahre", hatte Palla am 26. Juni erklärt. Es müsse Erleichterungen geben - "und genau darum werden wir uns kümmern". Palla sprach unter anderem von "hochwertigen" Bussen, besserer Echtzeitinformation sowie einer "guten Ausstattung der Ersatzhaltestellen".
Kurz vor dem Start der Sperrung präsentierte die Bahn die Busse, die im Schienenersatzverkehr eingesetzt werden sollen. Mit einem einheitlichen Farbton - die Bahn spricht von "Verkehrs-Purpur" - soll den Fahrgästen die Orientierung erleichtert werden. Außerdem versprach die Bahn moderne und barrierefreie Fahrzeuge mit hohem Komfortstandard, professionell ausgestatteten und klar gekennzeichneten Haltestellen sowie zusätzlichen Reservekapazitäten für einen stabilen Betrieb. Auch die Fahrgäste sollten vor Ort verstärkt betreut werden.
Was sind die Hintergründe der Sperrung?
Der Hauptgrund für die Sperrung ist erneut die Arbeit am sogenannten Digitalen Knoten Stuttgart. Die Digitalisierung der Strecke soll laut DB künftig eine engere Taktung der S-Bahnen ermöglichen. Doch mit der erneuten Verschiebung von Stuttgart 21 ist auch der Einsatz dieser Technik in die Ferne gerückt.
Wird die Stammstrecke auch in den nächsten Jahren gesperrt?
Das steht laut Bahn noch nicht fest. Derzeit würden das neue Inbetriebnahmekonzept für Stuttgart 21 und den Digitalen Knoten sowie die notwendigen Instandhaltungen aufeinander abgestimmt. Deshalb könne die Deutsche Bahn derzeit noch keine verbindliche Aussage zu einer Sperrung der S-Bahn-Stammstrecke im Sommer 2027 sowie in den Folgejahren treffen, teilte ein Bahnsprecher mit.