Jahresrückblick der Stadtspitzen

Zwischen Sorgen und Zuversicht: So blicken die OB zwischen Alb und Schwarzwald auf 2025 und 2026

Für viele Oberbürgermeisterinnen und Oberbürgermeister in der Region zwischen Schwäbischer Alb und Nordschwarzwald war 2025 ein Jahr der Gegensätze. Das haben sie dem SWR gesagt.

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Stand

Von Autor/in Sabrina Kir

Zwischen den Jahren - kurz bevor das alte Jahr endet und das neue Jahr beginnt - ist Zeit für Bilanz. Zeit, zurückzuschauen auf das, was war und auf das, was kommt. Für viele Oberbürgermeisterinnen und Oberbürgermeister in der Region zwischen Schwäbischer Alb und Nordschwarzwald, über die das SWR Studio Tübingen berichtet, war 2025 ein Jahr der Gegensätze: geprägt von finanziellen Sorgen, weltpolitischen Krisen und großen Unsicherheiten, aber auch von Zusammenhalt, Festen und dem Versuch, Zuversicht zu bewahren.

Viel Belastung, wenig Spielraum in Tübingen

Besonders die finanzielle Lage beschäftigt viele Stadtspitzen. In Tübingen beschreibt Boris Palmer (parteilos) das vergangene Jahr als eines der anstrengendsten seiner Amtszeit. Der Haushalt stand lange auf der Kippe, erst nach harten Einschnitten und intensiven Debatten kam die Entlastung. Dennoch überwiegt bei ihm die Sorge um die Entwicklung Deutschlands insgesamt.


Ich stelle mir die große Frage, ob wir eigentlich den Abstieg Deutschlands noch aufhalten können.

Tübingen

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2025 laut Tuttlinger OB ein "Wendepunkt"

Auch in Tuttlingen spricht Michael Beck (CDU) von einem Wendepunkt. 2025 sei erst der Anfang einer schwierigen Phase für die Kommunen gewesen. Zwar konnten noch wichtige Projekte umgesetzt werden, doch die Abhängigkeit von Industrie und globalen Märkten bereitet ihm Sorgen.


Es ist erst der Beginn von ganz schwierigen Jahren, die vor uns liegen.

Tuttlingen

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Horb unter Druck

Ähnlich klingt es in Horb (Kreis Freudenstadt) mit seinen knapp 26.000 Einwohnerinnen und Einwohnern. OB Michael Keßler (CDU) sieht die Städte und Gemeinden insgesamt stark unter Druck. Ohne zusätzliche Unterstützung von Bund und Land werde es zunehmend schwierig, die Aufgaben der Kommunen zu erfüllen.


Wenn wir nicht nachhaltige Unterstützung erhalten von Bund und Land, wird es schwierig in allen Kommunen.

Horb

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Sparen mit Augenmaß in Albstadt

In Albstadt im Zollernalbkreis blickt Roland Tralmer (CDU) trotz angespannter Haushaltslage insgesamt positiv auf das Jahr zurück. Frühzeitiges Gegensteuern habe geholfen, handlungsfähig zu bleiben. Wichtig sei gewesen, nicht blind zu kürzen.


Wir haben sparen müssen, aber nicht im Sinne des Kaputtsparens, sondern um die Stadt zukunftsfähig zu machen.

Freudenstädter OB: Kommunen an der Belastungsgrenze

Auch in Freudenstadt beschreibt Adrian Sonder (CDU) die Lage als ernst. Viele Kommunen seien an ihrer Belastungsgrenze. Umso wichtiger sei es, gemeinsam Lösungen zu finden.


Die Kommunen befinden sich in einer ganz schwierigen Situation.

Metzingen: Wirtschaftlich stabil durch 2025

Deutlich optimistischer fällt der Rückblick in Metzingen (Kreis Reutlingen) aus. Oberbürgermeisterin Carmen Haberstroh (parteilos) spricht von einem erfolgreichen Jahr mit Investitionen in Schulen, Kinderbetreuung und Infrastruktur. Trotz globaler Krisen blickt sie zuversichtlich nach vorn und setzt auf Pragmatismus und gesellschaftlichen Zusammenhalt.


Ich glaube, dass wir trotz all den schwierigen Herausforderungen, die zugegebenermaßen auch da sind, aufs nächste Jahr positiv schauen können.

Metzingen

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Feste, Ehrenamt und Zusammenhalt in Rottenburg

Trotz aller Sorgen gab es 2025 auch Lichtblicke. In Rottenburg (Kreis Tübingen) spricht Stephan Neher (CDU) von einem vergleichsweise ruhigen und schönen Jahr - geprägt von Festen, Jubiläen und großem ehrenamtlichem Engagement.


Kommunalpolitisch würde ich sagen: ein sehr, sehr schönes Jahr mit vielen Festen und Feierlichkeiten, die wir gemeinsam feiern durften.

Rottenburg am Neckar

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Bloß kein Stress SWR1 Baden-Württemberg

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In Balingen (Zollernalbkreis) zieht Abel eine positive Bilanz eines besonderen Jahres mit Stadtjubiläum und starkem Ehrenamt. Für 2026 kündigt er weitere Investitionen an, vor allem dort, wo sie den Menschen direkt zugutekommen sollen.


Wir wollen in 2026 natürlich vor allem investieren: weiter in unsere Schulen und Kindergärten.

Nagolds OB zwischen Krise und Hoffnung auf 2026

In Nagold im Kreis Calw betonte Jürgen Großmann (CDU) im Gespräch mit dem SWR, wie stark internationale Krisen inzwischen auch den Alltag vor Ort prägen. Verunsicherung, Kaufzurückhaltung und wirtschaftlicher Druck seien spürbar. Seine Antwort darauf: ein Appell an den Zusammenhalt.


Wir haben eine Krisensituation und jetzt gilt es noch näher zusammenzustehen.

Hohe Ambivalenz in Reutlingen

Besonders deutlich wird die Ambivalenz der aktuellen Zeit in Reutlingen. Thomas Keck (SPD) spricht von einem "besonderen Jahr", geprägt von Kriegsangst, gesellschaftlicher Verunsicherung und einer aus seiner Sicht desaströsen Finanzlage der Kommunen. Gleichzeitig betont er, dass Reutlingen bislang vergleichsweise gut durch die Krisen gekommen sei und dass es Perspektiven gebe.


Wir brauchen eine grundlegende Neuaufstellung der Finanzbeziehungen zwischen Bund, Ländern und Gemeinden.

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Ein gemeinsamer Blick nach vorn

So unterschiedlich die Städte sind, so ähnlich klingen die Wünsche zum Jahreswechsel: mehr Planungssicherheit, mehr Unterstützung, weniger Krisen - und der Erhalt von Zusammenhalt und Zuversicht. 2026 wird für viele Kommunen kein leichtes Jahr. Aber zwischen Haushaltssorgen und Reformforderungen bleibt auch Hoffnung: darauf, dass sich Einsatz, Pragmatismus und das Miteinander am Ende auszahlen.

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Autor/in
Sabrina Kir
Portraitaufnahme von Sabrina Kir bei SWR Aktuell im Studio Tübingen.

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