Das Jahr 2025 in der Region Bodensee-Oberschwaben hatte viele Schlagzeilen. Ein Rückblick auf die Nachrichten, die unsere Leser am meisten interessiert haben.
- Januar: Tanken für einen Cent pro Liter
- Februar: Tödlicher Schwimmunfall in Konstanz ist fahrlässige Tötung
- März: Hund in Konstanz mit "zu verschenken"-Schild an Poller angeleint
- April: Tödliche Polizeischüsse im Kreis Konstanz
- Mai: Rolls-Royce in Friedrichshafen leiht ZF-Mitarbeiter
- Juni: Krokodil am Bodensee?
- Juli: Tote bei Zugunglück bei Riedlingen
- August: Leiche lag 16 Jahre im Bodensee
- September: Angriff auf Senior mit totem Fisch
- Oktober: Maggi-Würze: Kulinarische Sünde oder Kult?
- November: Biosphärengebiet Allgäu-Oberschwaben ist Geschichte
- Dezember: Fahndung nach geflohenem Patienten aus dem ZfP Reichenau
Januar: Tanken für einen Cent pro Liter
An einer Selbstbedienungstankstelle in Leutkirch (Kreis Ravensburg) kam es Ende Januar zum Preissturz. Über mehrere Stunden konnte dort für einen Cent pro Liter getankt werden. Die Gelegenheit ließen sich viele Autofahrer nicht entgehen - bis zu 3.000 Liter Kraftstoff wurden abgepumpt. Absicht war das Ganze nicht. Grund war mutmaßlich ein technischer Defekt.
Wahrscheinlich wegen eines technischen Defekts Sprit für einen Cent pro Liter: Großer Andrang an Tankstelle um 4 Uhr morgens in Leutkirch
Bei den aktuellen Spritpreisen dürften Autofahrer in Leutkirch nicht schlecht gestaunt haben. Dort gab es kurzzeitig Sprit für einen Cent.
Februar: Urteil: Tödlicher Schwimmunfall in Konstanz ist fahrlässige Tötung
2023 kam ein Siebenjähriger beim Schwimmunterricht in Konstanz ums Leben. Im Februar 2025 hat das Amtsgericht Konstanz in dem Fall zwei Lehrerinnen wegen fahrlässiger Tötung zu Bewährungsstrafen verurteilt. Unter ihrer Aufsicht war das Kind ertrunken. Abgeschlossen ist das Verfahren damit noch nicht. Die Anwälte der Lehrerinnen haben Rechtsmittel gegen das Urteil eingelegt. Im ersten Halbjahr 2026 soll die Berufungsverhandlung beginnen.
Nach Tod eines Siebenjährigen beim Schwimmunterricht Urteil: Tödlicher Schwimmunfall in Konstanz ist fahrlässige Tötung
Im Prozess um den Tod eines siebenjährigen Jungen im Schwimmunterricht in Konstanz hat das Amtsgericht zwei Lehrerinnen wegen fahrlässiger Tötung zu Bewährungsstrafen und Schmerzensgeld verurteilt.
März: Hund in Konstanz mit "zu verschenken"-Schild an Poller angeleint
Dieser Fall hat bundesweit für Aufmerksamkeit und Adoptionsangebote gesorgt. In Konstanz wurde ein Spitz-Mischling an einem Poller angeleint ausgesetzt. Neben dem Hund war ein Schild mit dem Hinweis "zu verschenken" angebracht. Der Verantwortliche konnte letztendlich von der Polizei ermittelt werden, er musste ein Bußgeld bezahlen. Für den kleinen Hund gab es ein Happy-End: Er hat in der Nähe von Düsseldorf ein neues Zuhause gefunden.
Bizarrer Vorfall: Polizei sucht Zeugen Hund in Konstanz mit "zu verschenken"-Schild an Poller angeleint
Ein Hund ist am Dienstagmorgen in Konstanz ausgesetzt worden. Der Spitz-Mischling war an einem Poller mit einem "zu verschenken"-Schild angeleint. Die Polizei bittet um Zeugenhinweise.
April: Tödliche Polizeischüsse im Kreis Konstanz
In Hilzingen im Kreis Konstanz schlug Mitte April ein 64-jähriger Mann mit einer Axt auf ein Auto ein. Darin eine Mutter mit ihrem Kind. Als die Polizei eintraf, ging der Mann mit der Axt auch auf die Beamten los. Die Polizei gab daraufhin mehrere Schüsse ab, der Mann erlag vor Ort seinen Verletzungen. Das Motiv des 64-Jährigen bleibt unklar.
Getöteter wurde mittlerweile obduziert Tödliche Polizeischüsse im Kreis Konstanz: Die Ermittlungen dauern an
Nach tödlichen Polizeischüssen am Mittwochnachmittag in Hilzingen (Kreis Konstanz) ermittelt federführend das Landeskriminalamt. Ein 64-Jahre alter Mann erlag seinen Schussverletzungen.
Mai: Job-Abkommen: Rolls-Royce in Friedrichshafen leiht ZF-Mitarbeiter
Rolls-Royce Power Systems in Friedrichshafen schrieb 2024 Rekordzahlen. Der Autozulieferer ZF hatte dagegen zeitgleich wirtschaftliche Probleme und musste Tausende Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken. Um langfristig Arbeitsplätze in der Region zu sichern, trafen die Unternehmen ein gemeinsames Abkommen: ZF-Mitarbeiter haben die Chance, leihweise bei der Rolls-Royce-Marke MTU unterzukommen.
Unternehmen treffen Job-Abkommen Rolls-Royce Power Systems in Friedrichshafen leiht Mitarbeiter von ZF
2024 war für Rolls-Royce Power Systems in Friedrichshafen mit der Marke MTU ein Rekordjahr. Davon profitieren jetzt auch Mitarbeiter des angeschlagenen Autozulieferers ZF.
Juni: Krokodil am Bodensee? Polizei findet Attrappe
Die Einsatzkräfte hatten bereits eine Gitterbox und dicke Handschuhe parat, um das vermeintliche Krokodil an einem Tümpel bei Konstanz einzufangen. Schnell stellte sich aber heraus, dass es sich um eine täuschend echte Attrappe eines Krokodil-Kopfs handelte. Spaziergänger hatten das "Tier" zuvor entdeckt, weswegen Polizei und Feuerwehr anrückten.
Kurioser Einsatz für die Rettungskräfte Alarm am Bodensee: Täuschend echte Krokodilattrappe löst Polizeieinsatz aus
Ein vermeintliches Krokodil in einem Tümpel in der Nähe des Bodensees hat in Konstanz Feuerwehr und Polizei auf den Plan gerufen - doch die Wahrheit überrascht.
Juli: Tote bei Zugunglück bei Riedlingen
Am 27. Juli entgleiste in dem kleinen Ort Zell-Bechingen bei Riedlingen (Kreis Biberach) ein Regionalzug auf dem Weg von Sigmaringen nach Ulm. Drei Menschen kamen ums Leben: Der 32-jährige Lokführer, ein 36-jähriger Auszubildender, sowie eine 70 Jahre alte Reisende. 36 Menschen wurden verletzt. Als Ursache für das Zugunglück gilt ein Hangrutsch. Am Abend des Unglücks gab es starke Regenfälle. Polizei und Staatsanwaltschaft gehen davon aus, dass ein Abwasserschacht oberhalb der Strecke deswegen übergelaufen ist. Der endgültige Abschlussbericht zur Unglücksursache wird aber erst 2026 erwartet. Mittlerweile ist die Strecke wieder freigegeben und der Hang gesichert.
Hangrutsch ist mögliche Ursache für Zugunglück im Kreis Biberach Regionalzug bei Riedlingen entgleist: Was wir wissen und was nicht
Bei einem Zugunglück bei Riedlingen im Kreis Biberach sind am Sonntagabend laut Polizei drei Menschen gestorben, 36 Menschen wurden verletzt. Mögliche Ursache ist ein übergelaufener Schacht.
August: Aus 102 Metern Tiefe geborgene Leiche lag 16 Jahre im Bodensee
Polizeitaucher aus der Schweiz haben im August eine Leiche aus dem Bodensee geborgen. Bereits einige Wochen zuvor hatte ein Taucher den Toten in 102 Metern Tiefe vor Überlingen (Bodenseekreis) entdeckt. Nach der Obduktion stand fest: Die Leiche lag 16 Jahre lang im Bodensee. Bei dem Toten handelte es sich um einen zu seinem Todeszeitpunkt 82-jährigen Mann, der als vermisst gemeldet war. Im bis zu 251 Meter tiefen See werden Leichen nur selten gefunden. Insgesamt gelten derzeit rund 100 Menschen im Bodensee als vermisst.
Obduktion bringt neue Details ans Licht Aus 102 Metern Tiefe geborgene Leiche lag 16 Jahre im Bodensee
Der vor einer Woche von Spezialtauchern der Polizei aus dem Bodensee vor Überlingen geborgene Leichnam ist obduziert worden. Laut Polizei handelt es sich um einen Mann, der wohl durch Suizid starb.
September: Angriff auf Senior mit totem Fisch
In Überlingen (Bodenseekreis) wurde ein Rentner Opfer eines Angriffs mit einer ungewöhnlichen Tatwaffe. Zwei Jugendliche hatten den 75-Jährigen in der Innenstadt zunächst getreten und dann mit einem toten Fisch attackiert. Die Polizei suchte mit einem Zeugenaufruf nach den Tätern. Die beiden Jugendlichen erschienen daraufhin mit ihren Eltern bei der Polizei und gaben den Angriff zu.
Nach Zeugenaufruf der Polizei Jugendliche greifen in Überlingen Senioren mit Steinen und totem Fisch an
In Überlingen haben sich zwei Jugendliche bei der Polizei gemeldet und die Attacke mit einem Fisch auf einen Senioren zugegeben. Eine weitere Tat bestreiten sie.
Oktober: Maggi-Würze: Kulinarische Sünde oder Kult?
Diese Frage hat auch die SWR Landesschau Baden-Württemberg im Oktober beschäftigt. Denn die seit 150 Jahren in Singen im Kreis Konstanz hergestellte Sauce spaltet die Gemüter. Für die einen gehört sie als Küchenhelfer dazu, die anderen halten sie für eine Sünde in der Küche. Fest steht aber: Die braune Flasche hat eine lange Geschichte und eine treue Fangemeinde.
Seit 150 Jahren Geschmackssache Maggi-Würze: Kulinarische Sünde oder Kult?
Maggi-Würze polarisiert: Für die einen ist sie Kult, für die anderen ein No-Go. Doch was steckt hinter der Magie der braunen Flasche aus Singen? Wir haben nachgeforscht.
November: Geplantes Biosphärengebiet Allgäu-Oberschwaben ist Geschichte
Das geplante Biosphärengebiet Allgäu-Oberschwaben wurde im November begraben. Nach teils hitzigen Diskussionen in den Gemeinderäten waren kurz vor dem offiziellen Ende des Projekts etwa Bad Wurzach und Bad Waldsee aus dem Prüfprozess ausgestiegen. Weitere Kommunen wollten folgen. Daraufhin beendete der Steuerungskreis das Verfahren komplett.
Rückhalt für das Projekt fehlt Geplantes Biosphärengebiet Allgäu-Oberschwaben ist Geschichte
In Oberschwaben wird es kein Biosphärengebiet geben. Nachdem mehrere Kommunen aus dem Prüfprozess ausgestiegen waren, wollten weitere Gemeinden nicht mehr weitermachen.
Dezember: Geflohener Patient aus Psychiatrie Reichenau zur internationalen Fahndung ausgeschrieben
Bereits Ende November flieht ein 20-jähriger Gewalttäter aus dem Zentrum für Psychiatrie Reichenau. Seine Unterbringung dort war gerichtlich angeordnet. Bei ihm wurde eine paranoide Schizophrenie diagnostiziert. Er hatte in einer Asylunterkunft im Kreis Tuttlingen einen Mitbewohner mit einem Messer lebensgefährlich verletzt. Ende Dezember wurde er nach rund drei Wochen auf der Flucht in Italien festgenommen.
Erste Zeugenhinweise eingegangen Geflohener Patient aus Psychiatrie Reichenau zur internationalen Fahndung ausgeschrieben
Ein 20-jähriger Gewalttäter, der am Samstag aus dem Zentrum für Psychiatrie Reichenau geflohen ist, bleibt weiter verschwunden. Jetzt wird auch im Ausland nach ihm gesucht.