Stadt läuft die Zeit davon

Widerstand in Alpirsbach gegen Windrad der Stadtwerke Stuttgart

Dürfen die Stadtwerke Stuttgart ein Windrad auf einem Hügel neben Alpirsbach bauen? Die Stadt und ihre Bürger sind dagegen. Doch können sie sich überhaupt dagegen wehren?

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Von Autor/in Ingemar Koerner

In Alpirsbach (Kreis Freudenstadt) regt sich Widerstand gegen ein geplantes Windrad neben der Stadt. Ein neuer Teilregionalplan Windenergie könnte es verhindern. Doch das Genehmigungsverfahren für das Windrad ist dem neuen Regionalplan zeitlich voraus. Nun beginnt für die Stadt ein Wettlauf.

Genehmigungsverfahren für Windrad fortgeschritten

Am Mittwoch hat der Regionalverband Nordschwarzwald den neuen Teilregionalplan Windenergie beschlossen. In diesem ist der Standort Reutiner Berg, wo die Stadtwerke Stuttgart das Windrad bauen wollen, nicht enthalten. Das heißt, es darf dort nicht errichtet werden, sobald der neue Plan in Kraft tritt. Doch dies kann bis zu drei Monate dauern, sagte der Alpirsbacher Stadtbaumeister Rudolf Müller dem SWR.

Ein Windrad an dieser Stelle beeinflusse das Landschaftsbild negativ, erklärte er weiter. Auch Bürgerinnen und Bürger seien gegen die Pläne. Niemand sei gegen Windkraft grundsätzlich - nur eben an dieser Stelle, so Müller. Immerhin gebe es andere Orte auf der Gemarkung Alpirsbach, die in Ordnung seien.

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Stadtwerke Stuttgart wollen bei Alpirsbach bauen

Die Stadtwerke Stuttgart wollen ihr Projekt dennoch realisieren. Sie teilen auf Nachfrage des SWR mit: "Bei Windenergieprojekten gibt es häufig unterschiedliche Meinungen in der Bevölkerung." Ihnen sei wichtig, Sorgen und Fragen ernst zu nehmen. Bei einer Infoveranstaltung der Stadt in dieser Woche waren sie dennoch nicht anwesend. Die Alpirsbacher Stadtverwaltung habe die Stadtwerke über die Veranstaltung zu wenig informiert. Dem widerspricht Stadtbaumeister Müller. Alles sei geplant gewesen, dann hätten die Stadtwerke abgesagt, erklärt er.

Nun planen die Stadtwerke Stuttgart eigene Infoangebote. Sie wollen eine Bürgerinformationsveranstaltung vor Ort und eine Projektwebseite organisieren. Das Windrad soll eine Nabenhöhe von 160 Metern und eine Gesamthöhe von 229 Metern haben. Es soll Strom für etwa 3.600 Haushalte erzeugen. Die bisherigen Kosten der Stadtwerke Stuttgart liegen laut eigenen Angaben "aktuell im mittleren sechsstelligen Bereich."

Wettlauf Regionalplan gegen Genehmigungsverfahren

Nun beginnt ein Wettlauf. Das Genehmigungsverfahren für das Windrad könnte schon im Mai abgeschlossen sein. Dann käme der neue Regionalplan zu spät, sollte er tatsächlich in drei Monaten in Kraft treten. Daher sucht die Stadt jetzt nach anderen Lösungen. Sie könnte beispielsweise betroffene Grundstücke kaufen oder pachten und den Bau verhindern, so Stadtbaumeister Müller.

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Ingemar Koerner
Ingemar Koerner ist Reporter für Hörfunk, Online und Fernsehen beim SWR im Studio Tübingen.

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