Die Landeserstaufnahmestelle für Flüchtlinge (LEA) in Ellwangen (Ostalbkreis) liegt auf ehemaligem Bundeswehrgelände. Eigentlich sollte hier ein neuer Stadtteil namens "Ellwangen Süd" entstehen, mit Wohnungen für 1.800 Menschen. Doch die Bundeswehr will das Areal vorerst behalten. Sie prüft, ob es künftig wieder militärisch genutzt werden kann. Der Stadt Ulm geht es mit der Bleidorn-Kaserne ähnlich.
Ellwangen hält an Bauplänen fest
Das ehemalige Bundeswehrgelände bei Ellwangen ist groß. Im sogenannten historischen Bereich steht kaum ein Gebäude leer. Arztpraxen, ein Jugendzentrum und eine Europäische Ausbildungsakademie haben dort Platz gefunden. Auch dem Gelände weiter südlich will die Stadt Ellwangen wieder Leben einhauchen.
Auf dem Hungerberg ist noch bis Ende des Jahres die LEA untergebracht. Für die Zeit danach gibt es bereits konkrete Bebauungspläne. Die sind teils schon durch den Gemeinderat gegangen. "Wir sind sozusagen auf der Zielgeraden unserer Planungen", heißt es von Oberbürgermeister Michael Dambacher (parteilos). Die Stadt will weiter an den Plänen zur Wohnbebauung festhalten.
Bundeswehr will noch dieses Jahr prüfen
Wie genau es weitergeht, ist noch unklar. Noch dieses Jahr will die Bundeswehr das Gelände prüfen und entscheiden, ob sie das Gebiet erneut militärisch nutzen will. Einer geteilten Nutzung, also sowohl zivil als auch militärisch, steht die Stadt skeptisch gegenüber.
Kein Wohnraum in Bleidorn-Kaserne in Ulm
Auch für das Gelände der Bleidorn-Kaserne in Ulm war neuer Wohnraum geplant. Die Pläne waren allerdings weitaus weniger konkret als die in Ellwangen.
Hier steht aber schon fest: Die Umwandlung zur zivilen Nutzung ist aufgehoben, so Oberbürgermeister Martin Ansbacher (SPD). "Das hat sich erledigt. Das ist bedauerlich, weil wir natürlich bezahlbaren Wohnraum brauchen. Aber natürlich verstehen wir es, wenn sich die Sicherheitslage verändert hat."