Alle sechs Jahre veranstaltet die Bundesvereinigung Deutscher Musikverbände das "Deutsche Musikfest". Dieses Jahr fiel die Wahl auf Ulm und Neu-Ulm. Die Dimensionen sind rekordverdächtig. Das Motto spielt auf die Verbindung der Donaustädte an: "Musik baut Brücken". Es werden sogar neue Brücken gebaut - aus viel Licht und Klang. Die audiovisuellen "Sound Bridges" sind ein Beitrag der beiden Städte zum Musikfest.
- Dimensionen sind rekordverdächtig - Stadt zum Bersten voll
- Amateure, Semiprofis und Profis - Vielfalt beim Deutschen Musikfest
- Moop Mama und Max Mutzke - große Namen in Ulm und Neu-Ulm
- Brücken aus Licht und Klang- Audiovisuelles Kunstprojekt "Sound Bridges"
- Finale auf dem Münsterplatz - Abschlusskonzert mit 6.000 Teilnehmenden
Deutsches Musikfest: Dimensionen sind rekordverdächtig
Eines steht jetzt schon fest: Die Doppelstadt wird zum Bersten voll. Die großen Hallen wie das Congress Centrum Ulm und das Edwin-Scharff-Haus auf Neu-Ulmer Seite werden vibrieren. Es gibt Kirchenkonzerte, Wettbewerbe und auch die Plätze und Gassen beider Städte werden bespielt.
Und so glaube ich, dass die Städte voll sein werden - voller Musik, voller Besucher, voller Musiker und voller Freude an der Musik.
Erklärtes Ziel der Veranstalter: Es soll ein Fest für alle werden. Für Liebhaber der Blasmusik, für Traditionalisten, für die klassisch Orientierten, Popfreaks, Profis. Auch Experimentelles wird zu hören sein.
"Wir erwarten 20.000 Teilnehmende aus 435 Orchestern", sagt die Geschäftsführerin der Bundesvereinigung Deutscher Musikverbände und Organisatorin des Deutschen Musikfestes, Anita Huhn. "Die Städte werden klingen an allen Ecken und Enden. Es werden sehr viele Besucher erwartet und so glaube ich, dass die Städte voll sein werden - voller Musik, voller Besucher, voller Musiker und voller Freude an der Musik."
Amateurmusik, Semiprofis und Profis: Vielfalt beim Deutschen Musikfest
Das Deutsche Musikfest ist vor allem ein Treffen der Amateurmusik. "Es geht um die Wertschätzung für die Musizierenden, um eine Darstellung der Blas- und Spielleutemusik aus Deutschland", so Anita Huhn. Dazu gehören die Wettbewerbe, etwa ein internationaler Jugendorchesterwettbewerb, eine Europameisterschaft der Böhmisch-Mährischen Blasmusik. Zudem werden sich 15 Dirigenten bei einem Wettbewerb messen.
Auf einigen Bühnen werden auch die Profis der Zukunft auftreten. Die Junge Bläserphilharmonie Ulm zum Beispiel und das Landesblasorchester Baden-Württemberg konzertieren im Congress Centrum Ulm im Rahmen der "Galakonzerte".
Auch große Namen und Stargäste sind beim Deutschen Musikfest vertreten
Die Macher des Musikfestes wollen sich nicht auf ein Image begrenzen lassen. Das Böhmisch-Mährische hat seinen Platz, daneben gibt's Sinfonische Blasmusik, wilden Blechpop von "Moop Mama", die Big Band der Bundeswehr tritt zusammen mit dem Jazzsänger Max Mutzke auf.
"Musik baut Brücken" - dieses Motto gilt auf allen Ebenen: Amateure treffen auf Profis, die Generationen begegnen sich, es sind unterschiedlichste Genres zu hören.
Audiovisuelles Kunstprojekt "Sound Bridges" stellt Verbindung zwischen Donauufern her
Den Gedanken, dass Kunst und Musik eine verbindende Kraft haben, hat das Künstlertrio "wittmann/zeitblom & Liebert" aufgegriffen. Die drei sind Spezialisten für "immersive" Kunstprojekte, also Events, die das Publikum in eine virtuelle Welt eintauchen und das Geschehen mitgestalten lassen.
"Wittmann/zeitblom & Liebert" haben aus Licht und Ton die "Sound Bridges" entwickelt. Große Scheinwerfer stehen an beiden Seiten der Donau etwa in Höhe des Ulmer Fischerviertels beziehungsweise des Neu-Ulmer Edwin-Scharff-Hauses. Die schräg in den Himmel weisenden Lichtstrahlen treffen sich in der Mitte des Flusses.
Eine Verbindung zwischen beiden Ufern wird aber auch akustisch geschaffen. Auf Neu-Ulmer Seite befinden sich die Stadtkapellen Ulm und Neu-Ulm. Auf Ulmer Seite singt der Motettenchor der Münsterkantorei Ulm. Münsterkantor Friedemann Johannes Wieland hat sie in zwei Ensembles aufgeteilt. Es geht um Kontaktaufnahme: Wie die Lichtstrahlen sollen auch die Klänge aus Elektronik, Blechbläsern und Stimmen die Donau überspannen.
Deutsches Musikfest: Publikum soll in Musik und Klang der "Sound Bridges" eintauchen
Das Publikum ist mittendrin zwischen den Bühnen, wird mit Live-Klängen und Mehrkanalsound beschallt und mit Projektionen angestrahlt. Ein "Erlebnisraum über dem Fluss" soll entstehen, "in dem Musik, Architektur, Wasser und Publikum miteinander verschmelzen".
Erzählt wird letztendlich so etwas wie die Schöpfungsgeschichte. Sie beginnt vor Entstehung der Menschheit. Irgendwann taucht der Mensch auf, Sprache entsteht, es bilden sich Verbindungen und Gesellschaften. Bereits am Donnerstag, dem 29. Mai, gibt es eine öffentliche Generalprobe. Sie ist wie die folgenden Abende (30. und 31. Mai, Beginn jeweils um 22:30 Uhr) kostenfrei.
Großes Finale: 6.000 Musizierende kommen beim Abschlusskonzert des Deutschen Musikfestes zusammen
Ein weiteres Highlight beim Deutschen Musikfest wird das Gemeinschaftskonzert am 1. Juni sein. 6.000 Blasmusiker und -musikerinnen stehen dann gemeinsam auf dem Ulmer Münsterplatz. Gespielt wird unter anderem der "Ulmer Fischermarsch", neu arrangiert für Blas- und Spielleutemusik. Zum Schluss, so Anita Huhn, gibt es einen "Festumzug, der dann wieder die Städte Ulm und Neu-Ulm miteinander verbindet, denn er geht vom Münsterplatz rüber auf den Petrusplatz in Neu-Ulm und beendet somit das Deutsche Musikfest."