Katja Hamann sitzt in einem hellgrauen Sessel in den Räumen des Hospizvereins Kaiserslautern. Dort erzählt die 58-Jährige von ihrer Mutter. Die alte Dame ist im November nach viereinhalb Jahren im Pflegeheim verstorben. Daher wird Weihnachten bei Familie Hamann in diesem Jahr anders sein als sonst. "Es kann sein, dass wir auch weinen müssen und traurig sind", sagt Katja Hamann. Aber dann wolle sie mit der Erinnerung an die Mutter auch wieder Freude an den Tisch holen. Sie sei dankbar für die schönen Zeiten.
Hospizverein Kaiserslautern hilft Trauernden
Katja Hamann hat sechs Wochen vor dem Tod ihrer Mutter Kontakt zum Hospizverein in Kaiserslautern aufgenommen. Die Unterstützung der Mitarbeiter sei ganz wundervoll gewesen, erzählt Katja Hamann. Die Mitarbeiterin hätte ihrer Mutter, ihrer Familie und ihr selbst sehr geholfen, denn sie sei von Anfang an wie eine Vertraute gewesen. "Sie war sehr hochprofessionell, aber sehr liebevoll und abholend in der Situation."
Plötzlich ist das Wohnzimmer leer und man sitzt da alleine.
Susanne Weiss arbeitet beim Hospizverein Kaiserslautern. Sie weiss, wie schwer die Zeit für Menschen ist, wenn ein Angehöriger im Sterben liegt oder gerade verstorben ist. Besonders zu Weihnachten ginge es vielen Menschen oft nicht gut mit ihrer Trauer, erklärt sie. Es gehe schon im November los, wenn es dunkler wird. "Da sagen die Menschen: das ist eigentlich die schwierigste Zeit im Jahr, weil sie da noch isolierter sind. In der Zeit, wo alle mit ihren Familien zusammenkommen, fehlt dann der Lieblingsmensch", erläutert Susanne Weiss.
Hospizverein Kaiserslautern sucht Ehrenamtliche
Für den Hospizverein Kaiserslautern sind 80 ehrenamtliche Mitarbeiter unterwegs. Sie unterstützen derzeit, so Susanne Weiss, etwa 150 Sterbende und deren Familien. Eine große Zahl – daher sucht der Hospizverein weitere Helfer, die sich ehrenamtlich engagieren und trauernde Familien unterstützen möchten. Denn jede Familie wird einmal in der Woche besucht.
Viele Menschen haben sich auch 2024 gemeldet Telefonseelsorge Pfalz hat auch über Weihnachten ein offenes Ohr
Die Weihnachtsfeiertage nutzen viele, um runterzukommen - a la "Stille Nacht" eben. Gar nicht still wird es über die Weihnachtszeit bei der Telefonseelsorge Pfalz.
Ehrenamtliche hören zu und helfen
Manchmal gebe es Gespräche mit den Angehörigen, manchmal brauche der Sterbende ein offenes Ohr. Und sehr oft, sagt Susanne Weiss, würden die Ehrenamtlichen eine Kommunikationsbrücke zwischen Sterbenden und deren Angehörigen herstellen. Dann nämlich, wenn die Sterbenden den Helfern Dinge erzählen, die eigentlich für die Familie wichtig seien, aber unausgesprochen blieben.
Trauer ist eins unserer allerstärksten Gefühle. Und das ist ganz verbunden mit der Liebe.
Trauer beginne oft schon, bevor ein Angehöriger verstorben sei, erklärt Susanne Weiss. Und rät trauernden Menschen, ihre Gefühle und auch ihre Tränen zuzulassen – gerade auch zu Weihnachten. Denn Trauer sei eines der allerstärksten Gefühle und zudem eng verbunden mit der Liebe, sagt Susanne Weiss. "Und das zu wertschätzen und zu wissen, wenn es so weh tut, war auch ganz viel Liebe da - das ist ja ein ganz großer Schatz."
Dieses Wissen gibt auch Katja Hamann und ihrer Familie Kraft für das Weihnachtsfest. Denn sie weiss, dass ihre Mutter in ihrem Leben zufrieden und glücklich war. Das habe sie sogar der Hospizmitarbeiterin zum Schluss erzählt, sagt Katja Hamann. "Da hatten wir als Familie die Bestätigung, es ist alles so richtig und sie darf gehen. Sie wird uns Weihnachten trotzdem begleiten und da sein, nur in einer anderen Form."