Die acht Anlagen sollen alle in unmittelbarer Nähe zur A3 in der Verbandsgemeinde Dierdorf entstehen und insgesamt eine Leistung von 48 Megawatt haben. Von den acht geplanten Anlagen entstehen vier bei Großmaischeid, drei bei Kleinmaischeid und eine bei Dierdorf-Giershofen.
Gebaut werden sollen sie von einem Konsortium, an dem der Vattenfall-Konzern maßgeblich beteiligt ist. Sie sollen jeweils eine Höhe von knapp 250 Metern haben. Wann mit dem Bau begonnen wird, ist noch nicht klar.
Erste Windräder im Kreis Neuwied
Die genehmigten Windräder sind die ersten, die im Kreis Neuwied gebaut werden sollen. Der Kreis Neuwied ist damit - neben der Stadt Koblenz - der letzte Flächenkreis im nördlichen Rheinland-Pfalz, in dem noch keine Windkraftanlagen stehen.
Nach Angaben der Landesbehörde SGD-Nord sind rund um die jetzt genehmigten Standorte noch 18 weitere Windkraftanlagen geplant. Davon vier im benachbarten Westerwaldkreis. Laut SGD-Nord können bei diesen gerade die Unterlagen eingesehen werden.
SGD-Nord: Umweltverträglichkeit von Windrädern ausgiebig geprüft
Die zuständige Landesbehörde SGD-Nord sagt, sie habe für die Genehmigung im Kreis Neuwied ausgiebig geprüft, ob die neuen Anlagen der Umwelt schaden würden. Insgesamt müssten für die Windkraftanlagen rund 13 Hektar Wald gerodet werden.
Den Angaben zufolge haben die neuen Anlagen und deren Bau einen Einfluss auf Pflanzen und Tiere. Die Eingriffe in die Natur würden aber weitestgehend ausgeglichen: So gebe es für die betroffenen Vogelarten wie den Mäusebussard oder den Neuntöter Nistkästen und weitere Lebensraumoptimierungen. Fledermäuse würden beispielsweise dadurch geschützt, dass es nachts Einschränkungen für den Betrieb gebe.
"Naturschutzinitiative" kämpft gegen Windkraft im Westerwald
Vor rund 10 Jahren hatte sich im Westerwald mit der "Naturschutzinitiative" bereits eine Bürgerinitiative gegen den Bau von Windkraftanlagen im Wald gegründet. Sie hatte die Planungen zu den jetzt genehmigten Windkraftanlagen von Anfang an kritisiert.
Die geplanten Anlagen würden eine zusammenhängende Waldfläche von über 100 Quadratkilometern zerschneiden und die Tier- und Pflanzenwelt erheblich schädigen. Die Energiewende würde auf Kosten des Natur- und Landschaftsschutzes durchgesetzt, so die Naturschutzinitiative.
Verbandsgemeinde Dierdorf begrüßt Genehmigung von Anlagen
Die Verbandsgemeinde Dierdorf begrüßt die Genehmigung. Bürgermeister Manuel Seiler sagte, er freue sich, dadurch etwas zur Energiewende beizutragen. Der Standort würde besonders schonend mit der Natur umgehen, da er direkt an A3 und der Schnellfahrstrecke wäre. Außerdem hätte dort in der Vergangenheit der Borkenkäfer viele Bäume befallen.