Der Hobby-Sondengänger aus Oberdürenbach hat den Münzschatz bei einer Suche im Brohltal entdeckt. Sein Metalldetektor gibt je nach Material in der Erde unterschiedliche Zeichen und Töne ab. Am Fundort habe er erstmal den Metallverschluss einer Flasche unter der Erde vermutet und gezögert, ob er überhaupt graben soll.
Sondengänger freut sich über Münzfund im Brohltal
Frank Radermacher entscheidet sich fürs Graben: "Ich bin schon nach wenigen Zentimetern so auf sechs, sieben römische Münzen gestoßen und dann hab' ich gedacht: 'Ui, da hat sich der Sonntag schon gelohnt, definitiv.'" Je tiefer er buddelt, desto mehr Münzen fordert er zu Tage.
Ich gehe davon aus, so einen Fund werde ich nie wieder machen.
Es ist nicht sein erster Fund - aber sein bisher größter, wie er sagt. Etwa einmal in der Woche ist Radermacher in der Freizeit mit dem Metalldetektor unterwegs. Er hat schon einzelne Münzen gefunden, mal Euros, mal D-Mark, aber auch schon ältere Münzen. Doch noch nie so viele auf einmal. Für ihn ist schon jetzt klar: "Das ist wirklich once in a lifetime. Ich gehe davon aus, so einen Fund werde ich nie wieder machen."
Frank Radermacher hat eine Sondergenehmigung für seine Suche mit dem Metalldetektor. Die braucht jeder Sondengänger. Sie sind auch verpflichtet, solche Funde bei der zuständigen Behörde zu melden. Die 700 Münzen hat Radermacher bereits im April gefunden - doch erst jetzt kann er davon erzählen, da der Fund öffentlich gemacht wurde.
Weil Radermacher die Archäologen am Fundtag nicht erreicht hat, hat er die Münzen selbst geborgen. Dabei hat er den Fund nach Angaben der Landesarchäologie "vorbildlich" dokumentiert, unter anderem mit Fotos. Nur die Münzen seien für die Wissenschaft wertlos, es komme auf Zusatzinformationen wie den Standort und Zustand der Münzen an.
Archäologen datieren Teil der Münzen auf Spätantike
Die Landesarchäologie hat mittlerweile etwa ein Zehntel der Münzen untersucht und vermutet, dass es sich um insgesamt 717 Münzen handelt. Ein Teil der Münzen ist aber noch in einem zerbrochenen Keramikgefäß, das erst noch untersucht und von Erde befreit werden muss. Zu den bisher untersuchten Münzen teilt die zuständige Behörde mit: "Der Hort enthielt Münzen des späten dritten und frühen vierten Jahrhunderts nach Christus und gehört damit in die beginnende Spätantike."
Außerdem sei bereits etwas zur Herkunft bekannt: "Die bislang bestimmten Münzen wurden überwiegend in den Prägestätten im Westen des Römischen Reiches geprägt, so beispielsweise in London, Trier, Rom oder Karthago." Es sind aber auch noch viele Fragen offen, zum Beispiel wie viel die Münzen wert sind. Deshalb sollen die Münzen noch genauer untersucht werden. Die Landesarchäologie betont: "Erst hier wird sich der tatsächliche Umfang und die Bedeutung des Hortes zeigen."
Immer wieder Funde mit Metalldetektoren in der Region
Immer wieder finden Sondengänger in der Region historische Schätze. Vor drei Jahren fand ein Koblenzer beispielsweise Münzen aus der Zeit des 30-jährigen Krieges. Im vergangenen Jahr hat ein Sondengänger im Westerwald rund 3.000 römische Münzen gefunden. Für Radermacher sei das im Vergleich Championsleague, sein eigener Fund Bundesliga.
Knapp 3.000 Münzen lagen im Wald Römischer Schatz im Westerwald gefunden
Ein Sondengänger hat bei Herschbach im Westerwald mit seinem Metalldetektor einen römischen Münzschatz gefunden. Es ist der größte Fund dieser Art in der Region.
Fund aus dem Brohltal soll ausgestellt werden
Den Schatz selbst einstecken sei für Sondengänger Radermacher keine Option gewesen. Seine Motivation sei die Zusammenarbeit mit den Archäologie-Fachleuten: "Ich finde es einfach klasse mit dem geschichtlichen Hintergrund hier im Brohltal die einzelnen Puzzlestücke mit den Archäologen zusammenfügen zu dürfen."
Ob Radermacher die Münzen am Ende behalten darf, ist noch unklar. Sie sollen nach den Untersuchungen zunächst ausgestellt werden.