Muslimische Studierende haben in der protestantischen Jugendkirche in Ludwigshafen Mundenheim das Fastenbrechen begangen. Zunächst hatten sie keinen eigenen Raum für ihr Iftar gefunden. Die Hochschulseelsorgerin organisierte den Abend mit und stellte die Kirche zur Verfügung. Seit drei Jahren findet das Fastenbrechen dort bereits statt.
Auf die Frage, ob es Gegenwind aus der Gemeinde gegeben habe, antwortet sie deutlich: "Selbstverständlich nein, wir leben in Ludwigshafen, hier leben wir alle zusammen." Für sie sei das Öffnen der Kirche konsequent. "Natürlich öffnen wir die Kirche. Sie ist doch ökumenisch im Sinne der Kirche", sagt sie.
Ramadan und christliche Fastenzeit fallen zusammen
In diesem Jahr fallen der Ramadan und die christliche Fastenzeit zeitlich zusammen. Die Atmosphäre in der Kirche war harmonisch und herzlich. Nach dem gemeinsamen Essen blieben viele noch zum Austausch und spielten zusammen.
Religiöse Fragen vor dem Iftar
Für manche Studierende war das Fastenbrechen in einer Kirche zunächst ungewohnt. Eine Studentin sagt: "Ich wusste nicht, ob es religiös erlaubt ist, sich in einer Kirche zu treffen."
Sie habe daraufhin eine religiöse Lehrbeauftragte gefragt. Diese habe ihr erklärt, dass es der Religion nicht widerspreche, solange die Absicht gut sei.
Die Studierenden und die Hochschulseelsorgerin sehen in dem Abend ein Zeichen für gegenseitigen Respekt und gelebtes interreligiöses Miteinander.