Einigung zwischen Land und Kommunen erzielt

Kommunen erhalten 60 Prozent aus dem Sondervermögen

Von dem sogenannten Sondervermögen des Bundes für Infrastruktur erhalten die Kommunen in Rheinland-Pfalz 60 Prozent, der Rest bleibt beim Land. Das hat die Staatskanzlei nach Gesprächen zwischen Land und Kommunen mitgeteilt. Insgesamt erhält Rheinland-Pfalz 4,8 Milliarden Euro.

Teilen

Stand

Von Autor/in Gernot Ludwig

Nach diesem Verteilungsschlüssel bekommen die Kommunen für insgesamt zwölf Jahre jährlich etwa 240 Millionen Euro für Investitionen in Infrastruktur wie Straßen, Brücken, Schulen oder Kitas. Insgesamt sind das rund 2,9 Milliarden Euro.

Zusätzlich zu diesem Geld vom Bund packt das Land jährlich 50 Millionen Euro drauf. Das entsprechende Gesetz soll spätestens im Januar verabschiedet werden. Das Geld sollen die Kommunen rückwirkend ab diesem Jahr erhalten.

Die Kommunalverbände auf Bundesebene hatten sich dafür ausgesprochen, den Kommunen mindestens 75 Prozent des Sondervermögens zu geben. Der Verteilungsschlüssel in Rheinland-Pfalz mit dem zusätzlichen Geld vom Land entspricht in etwa dieser Forderung. Offen bleibt, warum das Land den Kommunen nicht direkt die 75 Prozent vom Bundesgeld gibt.

Bundesregierung: 500 Milliarden Euro Sondervermögen

Die neue Bundesregierung hatte im Frühjahr ein sogenanntes Sondervermögen von 500 Milliarden Euro für die Dauer von zwölf Jahren auf den Weg gebracht. 100 Milliarden davon bekommen die Länder. Rheinland-Pfalz erhält rund 4,8 Milliarden Euro.

Auf der Internetseite der Bundesregierung heißt es dazu:

„Das Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität ermöglicht Rekordinvestitionen von Bund, Ländern und Kommunen – für Schulen und Kitas, Bahnstrecken und Straßen, Forschung und Digitalisierung.“

Hoher Investionsbedarf in Rheinland-Pfalz

Die Frage ist, ob die 4,8 Milliarden für Rheinland-Pfalz ausreichen? Der Landesrechnungshof hatte 2021 den Investitionsbedarf für Brücken in Städten und Gemeinden auf rund 1,4 Milliarden Euro beziffert.

Reaktionen auf Sofortprogramm Kommunen in RLP: Lage trotz 600-Millionen-Förderprogramms "dramatisch"

Kommunen und Landkreise haben das von Ministerpräsident Schweitzer (SPD) angekündigte Sofortprogramm grundsätzlich begrüßt. Das Geld reiche aber nicht, um die Finanzprobleme zu lösen.

SWR Aktuell Rheinland-Pfalz SWR RP

Den Investitionsbedarf für Brücken in Landkreisen bezifferte der Rechnungshof im Jahresbericht 2024 auf rund 1,5 Milliarden für die kommenden zehn Jahre. Für die Sanierung von Straßen in den Städten ging der Rechnungshof 2019 von rund 1,1 Milliarden aus. Und für die Sanierung von Kreisstraßen rechnet der Rechnungshof aktuell mit bis zu 1,2 Milliarden Euro.

Noch keine Lösung für den Investitionsstau?

Daraus ergibt sich ein Investitionsbedarf allein für kommunale Straßen und Brücken von 5,2 Milliarden Euro. Die Zahl dürfte heute geringer ausfallen, weil einige Straßen und Brücken inzwischen saniert wurden. Der Rechnungshof weist aber gleichzeitig darauf hin, dass sich die Baupreise seit der Feststellung der einzelnen Investitionsbedarfe deutlich erhöht hätten. Insofern geben die 5,2 Milliarden eine Orientierung.

Wenn man dann doch den Investitionsbedarf für Straßen und Brücken beim Land hinzurechnet, so wie den Investitionsbedarf für Schulen, Kitas, Krankenhäuser, Schwimmbäder oder Sportplätze, dann wird schnell klar, dass die 4,8 Milliarden aus Berlin vermutlich nicht ausreichen werden, um den Investitionsstau bei der Infrastruktur tatsächlich aufzulösen. 

RLP

Schweitzer kündigt Sofortprogramm an 600 Millionen Euro für klamme Kommunen in RLP

Mit einem Sofortprogramm in Höhe von 600 Millionen Euro will Rheinland-Pfalz die Kommunen finanziell unterstützen und so die Voraussetzungen für künftige Investitionen schaffen.

SWR Aktuell Rheinland-Pfalz SWR RP

RLP-Kommunen zum Infrastruktur-Sondervermögen: Wunderbar, aber kontinuierliche Gelder genauso wichtig

Rheinland-Pfalz' Kommunen rechnen mit rund 240 Millionen Euro im Jahr, sollte es gelingen, ein Sondervermögen für Infrastruktur und Verteidigung zu verabschieden.

RLP

Einigung von Bund und Ländern RLP begrüßt Entlastung der Kommunen für Steuerausfälle

Die rheinland-pfälzische Landesregierung hat die Einigung zwischen Bund und Ländern zu den milliardenschweren Steuerentlastungen für die Wirtschaft begrüßt. Die Kommunen sollen dadurch keine Nachteile haben.

RLP

Ampel-Koalition uneins Auch Bundesrat billigt Millliarden-Finanzpaket - RLP enthält sich

Der Bundesrat hat den Weg für das Milliarden-Finanzpaket von Union und SPD frei gemacht. Wie schon im Bundestag kam auch in der Länderkammer die nötige Zweidrittelmehrheit für die entsprechende Änderung des Grundgesetzes zustande. Rheinland-Pfalz hat sich der Stimme enthalten.

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Gernot Ludwig

Unsere Quellen

Transparenz ist uns wichtig! Hier sagen wir Ihnen, woher wir unsere Infos haben!