Die Spritpreise in Deutschland liegen auf Rekordniveau. Inzwischen hat sich die Bundesregierung auf ein Entlastungspaket geeinigt. Die Pläne sehen vor, dass der Bund die Energiesteuer auf Benzin und Diesel vom 1. Oktober an bis Ende 2026 um 14 Cent senkt. Zusammen mit der Umsatzsteuer ergibt sich eine Senkung um 17 Cent pro Liter bei den Kraftstoffen.
Um günstiger zu tanken, schauen Autofahrerinnen und Autofahrer in Rheinland-Pfalz aber auch auf die Nachbarländer. In den Nachbarstaaten gibt es Methoden und Abläufe, die rund ums Jahr gelten. Benzin und Diesel sind in Luxemburg, Belgien und Frankreich zum Teil deutlich günstiger. Das liegt nicht an "geheimen Tricks", sondern an klaren Regeln bei der Preisbildung:
- Luxemburg: Einheitliche Höchstpreise an allen Tankstellen
- Belgien: Staatlicher Höchstpreis, täglich neu berechnet
- Frankreich: Kein Höchstpreis, aber freiwilliger Deckel bei großem Anbieter
Luxemburg: Einheitliche Höchstpreise an allen Tankstellen
In Luxemburg gibt es an den Tankstellen keine wilden Preissprünge wie in Deutschland - und so gut wie keine Unterschiede zwischen einzelnen Stationen. Der Staat legt in der Regel alle paar Wochen einen Höchstpreis für Benzin und Diesel fest.
Praktisch alle Tankstellen im Land nehmen genau diesen Preis. Er liegt deutlich unter dem deutschen Niveau - auch, weil die Steuern auf Sprit in Luxemburg niedriger sind. Trotzdem verdient der Staat gut mit: Weil Tanken so günstig ist, gibt es einen regelrechten Tank‑Tourismus aus den Nachbarregionen.
Ein Beispiel ist Wasserbillig direkt an der Grenze zu Rheinland-Pfalz: Dort reiht sich eine Tankstelle an die nächste. Diesel kostete dort zuletzt rund 2,12 Euro pro Liter, E10 etwa 1,79 Euro. Rund zehn Kilometer weiter in Trier lagen die Preise zur selben Zeit teils mehr als 40 Cent pro Liter höher.
Für Grenzpendler und Urlauber heißt das: Wer ohnehin durch Luxemburg fährt, kann mit einem Tankstopp spürbar sparen - ohne lange nach der günstigsten Zapfsäule suchen zu müssen.
Belgien: Staatlicher Höchstpreis, täglich neu berechnet
Auch in Belgien gilt ein staatlicher Höchstpreis. Anders als in Luxemburg wird er aber täglich von der Generaldirektion Energie des belgischen Wirtschaftsministeriums festgelegt. Grundlage sind internationale Marktpreise für Benzin und Diesel.
Der Effekt ist deutlich: Benzin ist pro Liter in Belgien aktuell oft 20 bis 30 Cent günstiger als in Deutschland. Beim Diesel ist der Unterschied kleiner. Der Mechanismus ist keine kurzfristige Antwort auf die aktuellen Preissteigerungen, sondern hat Tradition - er wurde 1974 nach der ersten Ölkrise eingeführt.
Belgien punktet zudem nicht nur bei den Spritpreisen: Laut Eurostat verdienen Beschäftigte im Schnitt rund 2.000 Euro brutto mehr im Jahr als in Deutschland.
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Frankreich: Kein Höchstpreis, aber freiwilliger Deckel bei TotalEnergies
In Frankreich gibt es keinen staatlich festgelegten Höchstpreis für Benzin oder Diesel. Die Tankstellen können ihre Preise grundsätzlich selbst festlegen. Trotzdem gibt es auch hier eine Art Preisdeckel - allerdings nicht flächendeckend, sondern nur bei einem großen Anbieter.
Der Mineralölkonzern TotalEnergies begrenzt seine Preise derzeit freiwillig auf 1,99 Euro pro Liter Benzin und 2,25 Euro pro Liter Diesel. Wer an einer TotalEnergies‑Tankstelle tankt, profitiert davon.
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In Grenzregionen wie dem Elsass und dem Département Moselle gilt: Der Sprit ist oft etwas günstiger als auf deutscher Seite. Wer aber nur zum Tanken über die Grenze fährt, macht den Preisvorteil schnell durch zusätzliche Kilometer und den Zeitaufwand zunichte - hier lohnt sich ein Blick auf die konkrete Situation vor Ort.