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Tanken im Ausland: Wo der Sprit oder Strom günstig ist

Wer ins Ausland mit einem Verbrenner fährt, kann Geld sparen: entweder, wenn noch in Deutschland vollgetankt wird oder hinter der Grenze. Bei E-Autos ist es kompliziert.

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Von Autor/in Michael Herr

Der ab vergangenem Freitag eskalierte Konflikt zwischen Israel und dem Iran hat die Ölpreise deutlich nach oben getrieben - und in der Folge auch die Preise an den Zapfsäulen in Deutschland.

Auch an den Tankstellen im Ausland dürfte sich der Auftrieb beim Ölpreis niederschlagen. Aktuelle Zahlen dazu hat der ADAC derzeit nicht. Die EU-Kommission veröffentlicht einmal pro Woche Tagesdurchschnittspreise für Benzin und Diesel in den 27 EU-Staaten - die jüngste Liste wurde allerdings noch vor der Eskalation im Nahen Osten erstellt.

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Grundsätzlich zeigen sich im Vergleich zu den Tankstellenpreisen in Deutschland teils deutliche Unterschiede, die alle kennen sollten, die eine Auslandsreise planen:

Spritpreise im Norden

Für Reisende in den Norden ist es in der Regel sinnvoll, den Tank in Deutschland nochmal vollzumachen. Nicht erst an der letzten Autobahnraststätte vor der Grenze, sondern an einer Tankstelle mit ein bisschen Abstand zur Autobahn.

In Dänemark lag der Preis für einen Liter Super laut EU-Kommission zuletzt im Schnitt um fast 25 Cent über dem deutschen Niveau, bei Diesel waren es 15 Cent. In Schweden hingegen tankt man günstiger als bei uns und zahlt deutlich weniger als bei den dänischen Nachbarn.

Tanken: Günstiger in Luxemburg, teurer in Frankreich

Tankstellen in Luxemburg üben schon länger eine magnetische Wirkung auf Autofahrer aus: Wer auf dem Weg in den Urlaub im Großherzogtum vorbeikommt, sollte auf jeden Fall einen Stopp an einer Zapfsäule machen. Dort kann man zu einer deutlich niedrigeren Summe den Tank füllen. In Frankreich und in den Niederlanden ist Sprit im Schnitt dagegen teurer als bei uns.

Gemischt ist das Bild in Belgien. Wer einen Benziner fährt, für den kann es sich lohnen, im Land eine Tankstelle anzusteuern. Da war der Liter zuletzt deutlich günstiger als bei uns. Diesel ist hingegen eher etwas teurer als in Deutschland. Das liegt daran, die Kraftstoffarten in Belgien anders besteuert werden als bei uns.

Unterwegs in den Süden - vorher noch Tanken

Für südliche Länder ist die Reiseplanung gar nicht kompliziert: Wer direkt nach Süden will, also in die Schweiz oder nach Italien, sollte in Deutschland nochmal auftanken. In der Schweiz ist auch wegen des starken Franken kein Schnäppchen an der Zapfsäule zu machen.

In Italien ist Tanken im Schnitt aktuell teurer als bei uns. Anders sieht es aus, wenn man nach Südosten will - also nach Österreich und in Richtung Adria.

Tanken im Osten und Südosten macht Freude

In Österreich und an der Adria tankt man günstiger als bei uns. Das gilt für Kroatien, aber auch für Slowenien. Dort lagen die Preise für Super zuletzt um etwa 20 Cent je Liter niedriger, bei Diesel waren es je Liter zumindest etwa 10 Cent. Also: Wer da vorbeikommt, sollte unbedingt den Tank vollmachen.

Mit die niedrigsten Spritpreise in der EU gibt es bei unseren östlichen Nachbarn in Tschechien und Polen. Dort liegen die Preise für Super teils um etwa 30 Cent je Liter unter denen in Deutschland, auch Diesel ist erheblich günstiger.

Ladestrom im Ausland

Wo man günstig im Ausland sein E-Auto laden kann, ist pauschal schwer zu sagen. Der Tarif-Dschungel ist ähnlich verworren wie bei Kraftstoffen, die Preise ändern sich je nach Standort, Anbieter und Leistung.

An Fernstraßen gibt es grenzüberschreitende Ladenetzbetreiber, die für die Kilowattstunde Strom in verschiedenen Ländern unterschiedliche Preise aufrufen. Beim deutschen Schnellladesäulen-Betreiber Ionity ist es so, dass beispielsweise das Laden in Frankreich günstiger ist als in Deutschland. Ähnlich sieht es etwa beim niederländischen Anbieter Fastned aus.

Sehr unübersichtlich wird es, wenn man im Ausland mit der Karte seines deutschen Ladenetzbetreibers Strom tanken möchte - über sogenannte Roaming-Partner. Da unterscheiden sich die Preise teilweise erheblich von Ladesäule zu Ladesäule.

Eventuell bei einem Ladesäulenbetreiber im Ausland registrieren

Ein pauschaler Spar-Tipp ist nicht möglich. Grundsätzlich sollte man sich vor der Abfahrt mit dem Thema Ladeplanung beschäftigen. Dabei nicht nur Hin- und Rückfahrt durchdenken, sondern auch Ausflugsziele vor Ort. So kann man sich nach Möglichkeit auch schon vor der Abfahrt bei einem lokalen, günstigen Ladesäulenbetreiber registrieren.

Zudem ist die Ladeinfrastruktur nicht in allen Reiseländern schon gut ausgebaut, wie eine Karte des ADAC zeigt. Demnach gibt es in Deutschland im Schnitt 65,2 Ladepunkte pro 100 Kilometer Straße, aber beispielsweise in Frankreich nur 13,6 oder in Italien nur 11,9 je 100 Kilometer. Dort ist vor allem der Norden gut mit Ladestationen versorgt.

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Ein gut geplanter Tankstopp auf einer Reise spart Geld, allerdings haben nicht alle Benzinpreis-Apps alle Reiseländer im Angebot. Das Bundeskartellamt hat eine Übersicht mit vielen Tankapps. Der ADAC weist außerdem darauf hin, dass es auch im Ausland zum Teil starke regionale Unterschiede gibt.

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