- In welchen Regionen ist die Waldbrandgefahr besonders hoch?
- Wie sollten sich Ausflügler im Wald verhalten?
- Welche Vorkehrungen treffen die Behörden?
- Was tun, wenn es schon brennt?
In welchen Regionen ist die Waldbrandgefahr besonders hoch?
Besonders hoch ist die Brandgefahr derzeit im Südosten des Landes: An den Messstationen in Bad Dürkheim, Weinbiet und Bad Bergzabern liegt der Waldbrandgefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes auf der zweithöchsten Stufe (Stufe 4 von 5). Aber auch im rheinhessischen Worms und in Trier wird dieser Wert erreicht. Das bedeutet, es besteht - aus meteorologischer Sicht - eine hohe Gefahr, dass ein Feuer im Wald ausbrechen kann. In den restlichen Landesteilen herrscht meist nur die mittlere Gefahrenstufe.
Anhaltende Trockenheit und die hochsommerlichen Temperaturen hatten die Lage in den vergangen Tagen verschärft. Die Waldbrandgefahr bleibt auch in Richtung Wochenende hoch, steigt sogar mancherorts noch etwas an. Eine leichte Entspannung der Situation ist voraussichtlich erst am Sonntag durch Gewitter und Niederschläge zu erwarten.
Zur Einschätzung der Waldbrandgefahr in Rheinland-Pfalz misst der Deutsche Wetterdienst (DWD) an 28 Messstationen im Land stündlich Werte wie Sonneneinstrahlung, Lufttemperatur, relative Luftfeuchtigkeit, Windgeschwindigkeit und Niederschlagsrate. Daraus berechnet er eine Gefahrenstufe zwischen 1 (sehr geringe Gefahr) und 5 (sehr hohe Gefahr).
Auch im Nachbarland Baden-Württemberg gehen die Meteorologen derzeit von einer hohen Waldbrandgefahr aus.
Waldbrandgefahrenindex Aktuelle Gefahrenstufe: So groß ist die Waldbrandgefahr bei uns im Land
Im Sommer kommt es oft zu Waldbränden. Hier sehen Sie, wie hoch die Waldbrandgefahr aktuell bei Ihnen ist und welche Regeln Sie einhalten sollten, um einen Ausbruch zu verhindern.
Wie sollten sich Ausflügler im Wald verhalten?
Auf jeden Fall sollte man im Wald kein offenes Feuer entzünden. Beispielsweise sollte man - wenn überhaupt - nur an offiziell ausgewiesenen Stellen grillen.
Beim Verlassen des Waldes sollten Besucher zudem darauf achten, dass Feuer vollständig gelöscht sind und keine Zigarettenstummel zurückgelassen werden. Besondere Vorsicht ist auch beim Parken von Autos geboten: Denn heiße Fahrzeugteile wie Katalysatoren können eine Zündquelle sein. Fahrzeuge sollten daher nicht auf trockenem Gras abgestellt werden, wie der Landesfeuerwehrverband Rheinland-Pfalz dem SWR auf Anfrage mitteilte.
Was tun die Behörden gegen die Waldbrandgefahr?
Bei einer hohen Gefahrenstufe können die Forstämter vor Ort Verbote anordnen und beispielsweise die Nutzung von Grill- und Feuerstellen im Wald untersagen. Außerdem überwachen die örtlichen Behörden bei einem hohen Brandrisiko verstärkt die Einhaltung der Regeln und verhängen mitunter Geldbußen von bis zu 10.000 Euro.
"In Rheinland-Pfalz wird die Ausbreitung von Waldbränden durch eine Kombination aus Vorbeugung, einem funktionierendem Meldesystem und schnellem Eingreifen verhindert", heißt es aus dem Forstministerium. Dabei spiele die Bevölkerung eine wichtige Rolle bei der Früherkennung. Bei erhöhter Gefahr würden gefährdete Gebiete zusätzlich kontrolliert. Brandschutzstreifen und für die Feuerwehr ausgebaute Waldwege dienten der Vorbeugung und schnellen Bekämpfung von Flammen. Dabei arbeiteten Feuerwehr und Forstverwaltung eng zusammen, auch mit gemeinsamen Übungen.
Was tun, wenn ein Brand schon ausgebrochen ist?
Wer einen Brand erkennt, sollte immer umgehend die Feuerwehr unter dem Notruf 112 verständigen. Wichtig seien auch genaue Ortsangaben, z. B. anhand der Rettungspunkte, die es in jedem Wald gibt, anhand von Wegweisern oder auch anhand der Koordinaten, die der Karten-Dienst von Smartphones anzeigen kann. Viele Leitstellen seien auch in der Lage, den Standort von Notrufen zu orten, wenn die Netzqualität ausreichend gut ist, so Michael Klein vom Landesfeuerwehrverband Rheinland-Pfalz.
Laut Feuerwehrverband breiten sich Brände bergauf schneller aus als bergab. Daher sollten Fluchtwege gesucht werden, die eher bergab führen. Zudem sollte man sich nicht in Gefahr begeben, sondern sich umgehend in Sicherheit bringen. Andere Personen, die man unterwegs antrifft, müssten unbedingt gewarnt werden. Wenn die Einsatzkräfte am vereinbarten Treffpunkt eintreffen, müssten sie über die Lage informiert und eingewiesen werden.