Liveblog zum fünften Jahrestag der Flutkatastrophe

Reaktionen auf Schnieders Entschuldigung - "Darauf haben wir gewartet"

Fünf Jahre nach der Ahrflut haben die Menschen am 14. Juli der Opfer gedacht. In unserem Liveblog haben wir den Tag begleitet und am Tag danach über die Reaktionen zur Gedenkfeier berichtet.

Teilen

Stand

Unser Liveblog zum Gedenken an 5 Jahre Flut im Ahrtal geht zu Ende

Fünf Jahre nach der Ahrflut haben die Menschen am 14. Juli der Opfer gedacht. In unserem Liveblog haben wir den Tag begleitet und heute auch über die Reaktionen zur Gedenkfeier berichtet. Damit verabschieden wir uns jetzt an dieser Stelle und danken fürs Lesen.

"Grundsätzlich gut, aber ... ": Was Menschen im Ahrtal zu Schnieders Entschuldigung sagen

Unsere Kollegen im Studio Koblenz haben noch einmal die Reaktionen vieler Bürger und Amtsträger im Ahrtal auf die Rede von Ministerpräsident Gordon Schnieder zusammengefasst. Der CDU-Politiker hatte sich für das Versagen des Staats bei der Flutkatastrophe entschuldigt. Wie kommen seine Worte bei den Menschen an?

Bad Neuenahr-Ahrweiler

Ministerpräsident bat bei Gedenkveranstaltung um Entschuldigung Entschuldigung von Ministerpräsident Schnieder stößt im Ahrtal auf gemischte Gefühle

Ministerpräsident Gordon Schnieder (CDU) hat für das Versagen des Staats bei der Flut um Entschuldigung gebeten. Wie das bei den Menschen im Ahrtal ankommt, haben wir nachgefragt.

"Zu spät" oder "sehr wichtig" - gemischte Gefühle zu Schnieders Entschuldigung

Fünf Jahre nach der Flut hat der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Gordon Schnieder (CDU) gestern um Entschuldigung gebeten. Er sprach von einem Versagen des Staates in der Flutnacht. Viele Betroffene hatten sich eine solche Geste lange gewünscht und gefordert. Unsere Fernsehkollegen haben sich umgehört, wie die Menschen im Ahrtal die Entschuldigung aufgenommen haben:

Bundeskanzler beeindruckt vom Zusammenhalt im Ahrtal

Sein Besuch im Ahrtal hat Eindruck hinterlassen: "Es gibt Begegnungen und Ereignisse im Kleinen, die mich sehr berühren." Das sagte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) heute bei seiner Sommerpressekonferenz in Berlin. Als Beispiel nannte er die Gedenkfeier in Bad Neuenahr-Ahrweiler gestern. "Wenn man sieht, welchen Zusammenhalt es da in einer solchen Stadt gibt, wenn man sieht, wie die Menschen jenseits aller persönlichen parteipolitischen Präferenzen in der Mitte der Gesellschaft zusammenarbeiten, wenn man sieht, wie da Hilfsorganisationen aus ganz Deutschland mit angepackt haben, mitgeholfen haben, dann zeigt das, welche Kraft in unserem Land steckt und welche Bereitschaft auch zum Anpacken, zum Mithelfen da ist", sagte Merz.

Bundeskanzler Friedrich Merz bei der Gedenkveranstaltung zur Ahrkatastrophe.
Bundeskanzler Friedrich Merz bei der Gedenkveranstaltung zur Ahrkatastrophe.

Mehr Reaktionen aus dem Ahrtal: "Die Entschuldigung hat mir alles bedeutet."

"Dafür bitte ich als Ministerpräsident um Entschuldigung." Neben Applaus löste dieser Satz von RLP-Ministerpräsident Gordon Schnieder (CDU) gestern auch gemischte Gefühle bei einigen der knapp tausend Menschen vor Ort im Ahrtal aus. Diese Reaktionen hat die Nachrichtenagentur dpa vor Ort gesammelt:

  • Judith (60): "Die Entschuldigung hat mir alles bedeutet. Das, was vorher gelaufen ist, das hat uns alle dermaßen vor den Kopf gestoßen. Der Mann hatte den Schneid, sich zu entschuldigen, für eine Person, die sich nicht entschuldigt hat."
  • Eine weitere Betroffene ist kritischer: Eine Entschuldigung sei "das Mindeste". Das zeige wenigstens, dass Schnieder "ein bisschen darüber nachgedacht hat, was er von sich gibt, wenn er heute hier spricht".
  • Petra (67): "Eine Entschuldigung - warum? Es ist passiert. Keiner war so richtig vorbereitet auf diese Katastrophe - das ist alles menschlich."
  • Kurt (80): In Anbetracht der vielen Toten hält er eine Entschuldigung für angebracht, sagt aber auch: "Die werden nicht wieder lebendig." Es sei jedoch die Anerkennung, dass Fehler gemacht wurden. "Das ist schon notwendig - aber nicht jetzt von den Nachfolgern, die damit nichts zu tun hatten."

Stilles Gedenken an die Flutkatastrophe

Auch heute wird an verschiedenen Orten im Ahrtal an die Flut vor fünf Jahren erinnert. Von 17 Uhr bis 21 Uhr werden zum Beispiel die Kirchen in Sinzig und Bad Bodendorf zum stillen Gedenken geöffnet. In der Kirche St. Peter in Sinzig ist ab 18 Uhr Musik, Stille und Gebet geplant; in der Kirche St. Sebastianus ab 19 Uhr. So schreibt es die katholische Pfarrei "Zum guten Hirten" Sinzig auf ihrer Facebookseite.

tagesthemen-Kommentar: Nur konsequenter Klimaschutz hilft

Was sind die Lehren aus der Flutkatastrophe vor fünf Jahren? "Es war eben nicht nur Wetter, es waren Wassermassen, die sich in der Luft bilden konnten, weil die Erderwärmung eben genau dieses Phänomen verstärkt", erklärt Heike Ließmann aus der Klimaredaktion des Hessischen Rundfunks in ihrem Kommentar in der ARD-Sendung "tagesthemen". Menschen früher und besser warnen sei sicher eine wichtige Lehre aus der Katastrophe, aber nur konsequenter Klimaschutz verhindere eine weitere Aufheizung der Erde, so Ließmann:

Reportage "Bundesvibe" zeigt Leben nach der Flut

Franziska aus Dernau hat bei der Flut vor fünf Jahren alles verloren und trotzdem neu angefangen. Der Familienbetrieb wurde in der Flut zerstört - und mit ihm die wirtschaftliche Grundlage, ihre Perspektive und ein Stück Heimat. Für eine Zeit gibt Franziska auf und verlässt das Ahrtal. In Österreich verliebt sie sich in Michael und kommt mit ihm zurück. Das ist eine der Geschichten der Reportage "Bundesvibe". Zu sehen in der ARD-Mediathek - oder hier:

Kommentar zu Schnieders Entschuldigung: "Billig - aber konsequent"

Die Schlagzeilen gehören heute ganz klar Gordon Schnieder (CDU). Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident hat sich bei der zentralen Gedenkveranstaltung gestern im Ahrtal für das Versagen der Politik entschuldigt. Das haben seine Vorgänger Alexander Schweitzer und Malu Dreyer (beide SPD) nicht getan - ein großes Thema bei den Menschen im Ahrtal.

SWR-Ahrtal-Korrespondent Christian Giese-Kessler kommentiert: "Die Entschuldigung von Ministerpräsident Schnieder an die Menschen im Ahrtal war billig - aber konsequent." Den vollständigen Kommentar gibt es hier zum Lesen:

Bad Neuenahr-Ahrweiler

Ministerpräsident bat am 5. Jahrestag der Flut um Entschuldigung Kommentar: Schnieders Entschuldigung war billig - aber konsequent

Gordon Schnieder (CDU) bat am fünften Jahrestag der Flut im Ahrtal um Entschuldigung. Ein Kommentar von SWR-Redakteur Christian Giese-Kessler.

Und hier zum Hören:

Flut im Ahrtal Thema in "11KM: der tagesschau-Podcast"

In einer neuen Folge beschäftigt sich "11KM: der tagesschau-Podcast" mit der Flutkatastrophe an der Ahr und ihren Folgen. SWR-Ahrtal-Reporter Constantin Pläcking erzählt, wie es den Menschen im Ahrtal heute geht, woran es bei der juristischen Aufarbeitung hapert und ob das Ahrtal bei der nächsten Flut besser gewappnet wäre. Die Folge "5 Jahre Ahrtal-Flut: Hat Deutschland aus der Katastrophe gelernt?" ist hier bei ARD Sounds und auf allen anderen Podcast-Plattformen verfügbar.

Reportage: Dernau fünf Jahre nach der Flut

Die Reportage-Reihe "Ein Dorf baut auf" begleitet Menschen in Dernau im Kreis Ahrweiler nach der Flutkatastrophe im Ahrtal auf ihrem Weg zurück zur Normalität. In der 15. Folge "Fünf Jahre nach der Flut" gibt es für Ortsbürgermeister David Fuhrmann (parteilos) viele Lichtblicke, aber immer noch einige Herausforderungen.

Freiwillige Helfer aus ganz Deutschland

Als ehrenamtliches Engagement hat es angefangen - schließlich ist ein Job mit zahlreichen Aufträgen draus geworden. Unternehmer Moritz Kienzle aus Ehingen in der Nähe von Ulm ist nach der Flutkatastrophe als freiwilliger Helfer ins Ahrtal gekommen. Dann hat der Kreis Ahrweiler ihn und seine Firma offiziell beauftragt, um Schulgelände von Schlamm zu befreien. Auch heute ist Kienzle noch regelmäßig im Ahrtal im Einsatz.

Ehingen

"War sehr emotional für uns alle" Flutkatastrophe Ahrtal: Ehinger hilft bis heute beim Wiederaufbau

Mit Bagger und Hochdruckreiniger hat ein Ehinger Unternehmer beim Wiederaufbau im Ahrtal geholfen. Noch immer ist er regelmäßig dort. Die Narben der Flut sind bis heute zu sehen.

Menschen in der Region Trier fünf Jahre nach der Flut

SWR-Reporterin Anna-Carina Blessmann war gestern den ganzen Tag in der Region Trier unterwegs und hat verschiedene Orte und Menschen besucht, die vor fünf Jahren besonders von der Flut betroffen waren. Die Flüsse Kyll, Nims oder Prüm sind damals über die Ufer getreten, auch kleinere Flüsse und Bäche in der Region. Wie geht es den Menschen in Jünkerath, Kordel und in Trier-Ehrang. Hier gibt es Antworten:

Region Trier

Nachrichten-Tour des SWR Studios Trier So geht es den Menschen fünf Jahre nach der Flut in der Region Trier

Wie geht es den betroffenen Menschen fünf Jahre nach der Jahrhundertflut? Das SWR Studio Trier ist dem Weg des Wassers damals gefolgt - und hat genau hingesehen und hingehört.

Experte: Schnieder will Vertrauen in die Politik wiederherstellen

Mit seiner Entschuldigung will RLP-Ministerpräsident Gordon Schnieder (CDU) das Vertrauen in die Politik wiederherstellen. Das meint Politikwissenschaftler Uwe Jun aus Trier. "Er will damit deutlich machen, dass aus seiner Sicht der Politik hier Versagen vorzuwerfen ist." Die Entschuldigung diene Schnieder auch dazu, "sich von seinen Vorgängern abzugrenzen", erklärt Jun. Die früheren Regierungschefs Malu Dreyer und Alexander Schweitzer (beide SPD) hatten sich nicht entschuldigt.

Jun sagt aber auch, dass die Entschuldigung ein "symbolischer Akt" gewesen sei. Die Folgen der Flut seien nach fünf Jahren nicht mehr wiedergutzumachen. Dennoch habe der Ministerpräsident versuchen wollen, persönlich für das einzustehen, was er "staatliches Versagen" nenne, sagt Jun.

Wanderwege in Region Trier weitgehend repariert

Die Schäden an den Wanderwegen in der Region Trier sind fünf Jahre nach der Flut weitgehend beseitigt. Das hat eine Umfrage bei Landkreisen, Tourismusorganisationen, dem Naturpark Südeifel und dem Eifelverein ergeben. Nach Angaben der Eifel Tourismus GmbH gibt es am Eifelsteig noch drei Baustellen, abgesehen davon sei der Wiederaufbau aber abgeschlossen. Die anderen angefragten Stellen berichten, dass die Schäden an den von ihnen betreuten Wanderwegen beseitigt sind. Einzelheiten hat SWR-Reporterin Dunja von Morzé:

Mehrheit für Versicherungspflicht gegen Hochwasser

Viele Hausbesitzer in Deutschland sind für eine Versicherungspflicht gegen Hochwasser. Das zeigt eine Umfrage im Auftrag des Portals Verivox. 81 Prozent der befragten Hausbesitzer haben sich dafür ausgesprochen. Und 58 Prozent sind besorgt, dass es auch bei ihnen zu einer ähnlichen Flut wie in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen kommen könnte. Für die Umfrage hat das Institut Innofact mehr als 1.000 Hauseigentümer zwischen 18 und 79 Jahren befragt.

Mit Straßenfest an die Flut erinnern

In Jünkerath in der Vulkaneifel wird auf besondere Weise an den Jahrestag der Flut erinnert - und zwar mit einem Straßenfest. Der Ort wurde von der Flut vor fünf Jahren schwer getroffen. Danach haben sich viele gegenseitig geholfen. Freundschaften sind entstanden. Und: das Flutcafé. Bisher haben es die Menschen in Jünkerath immer am Jahrestag der Flut veranstaltet. In diesem Jahr wollen sie es im Herbst nachholen.

Jünkerath

Das Flutcafé in Jünkerath Gute Laune, statt Trauer: Eifeler blicken mit Straßenfest auf Hochwasser zurück

Die Flut im Jahr 2021 hat Jünkerath in der Vulkaneifel schwer getroffen. Danach haben sich viele gegenseitig geholfen. Anwohner erinnern jedes Jahr mit einem Straßenfest daran.

Reaktionen auf Schnieders Entschuldigung: "Genau darauf haben wir gewartet"

"Es ist das Versprechen des Staates, seine Bürgerinnen und Bürger zu schützen. [...] Das Staat hat in dieser Frage und in dieser Nacht versagt." Mit diesen Worten hat sich der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Gordon Schnieder (CDU) gestern bei der zentralen Gedenkveranstaltung in Bad Neuenahr-Ahrweiler an die Menschen im Ahrtal gewandt. Viele Menschen haben diese Worte bewegt aufgenommen, wie diese Umfrage zeigt:

Flut im Ahrtal: Rückblick auf den fünften Jahrestag

Der gestrige Tag war geprägt vom Gedenken an Opfer und Angehörige der Flutkatastrophe im Ahrtal. Viele Veranstaltungen, viele Reden, eine Entschuldigung. Die wichtigsten Ereignisse gibt es hier noch einmal im Überblick:

Bad Neuenahr-Ahrweiler

Gedenkfeier am fünften Jahrestag "Der Staat hat versagt": Schnieder bat fünf Jahre nach der Flut im Ahrtal um Entschuldigung

Fünf Jahre nach der Ahrtalflut mit 135 Todesopfern haben viele Menschen der Opfer gedacht. Am fünften Jahrestag entschuldigten sich Vertreterinnen und Vertreter der Politik.

SWR Aktuell Rheinland-Pfalz SWR RLP

SWR1 Rheinland-Pfalz sendet live aus dem Ahrtal

SWR1 Rheinland-Pfalz Moderatorin Steffi Stronczyk ist schon den ganzen Morgen im Ahrtal unterwegs - überwiegend in Mayschoß. Zusammen mit den Menschen im Ahrtal will sie erfahren, was schon alles geschafft wurde. Sie hat sich mit Sebastian Rischen von der Ahrtal-Touristik die neue Wein-Entdecker-Tour angeschaut und den Campingplatz zur Burgwiese in Mayschoß. Dort stand das Wasser während der Ahrtalflut einen Meter hoch – Platzwart Guido hatte damals eine Sammelstelle für Helfer eingerichtet, Duschen und Notstromaggregate zur Verfügung gestellt. Die Botschaft der Menschen im Ahrtal, sagte Sebastian Rischen, heißt: Wir sind bereit für Gäste und freuen uns auf Urlauber.

EU gedenkt der Opfer von Überschwemmungen durch die Klimakrise

Die Flut im Juli 2021 hat das Ahrtal besonders schwer getroffen, aber auch in Nordrhein-Westfalen und sogar in anderen EU-Staaten gab es Tote. In ganz Europa starben bei Überschwemmungen durch Hochwasser im Juli 2021 220 Menschen, die meisten in Deutschland. Die Europäische Union gedenkt heute aller Opfer der Klimakrise, auch der Opfer durch Dürre, Brände und Hitzewellen. Der 15. Juli ist seit drei Jahren EU-Gedenktag. In Brüssel finden am Nachmittag mehrere Veranstaltungen statt. Die EU-Kommission lädt zu einer Konferenz zum besseren Schutz von Menschen und Dörfern.

Guten Morgen! Der Liveblog zur Ahrflut geht weiter

Guten Morgen! Am Dienstag, am 5. Jahrestag der Flutkatastrophe im Ahrtal, haben wir den ganzen Tag über in diesem Liveblog über die Gedenkveranstaltungen berichtet. Aber auch heute gibt es Berichtenswertes zur Flutkatastrophe 2021. Deshalb setzen wir unseren Liveblog auch am Tag nach dem offiziellen Gedenken im Ahrtal fort.

Das war es in unserem Liveblog für heute!

Wir beenden unseren Liveblog zum fünften Jahrestag der Flutkatastrophe für heute. Danke fürs Mitlesen, -hören und -schauen! Noch einen schönen Abend!

Der lange Weg zur Entschuldigung

Der neue rheinland-pfälzische Ministerpräsident Gordon Schnieder (CDU) hat sich heute bei den Menschen im Ahrtal für das staatliche Versagen bei der Flut entschuldigt. Eine Entschuldigung, die sich viele auch schon von der damals amtierenden Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) gewünscht haben. Fünf Jahre mussten sie auf die Worte warten. Im Video geht es um diesen langen Weg bis zur Entschuldigung.

Gedenken im Ahrtal - Das war der fünfte Jahrestag

Die zentrale Gedenkveranstaltung auf dem Marktplatz in Ahrweiler ist nun beendet. Und damit neigt sich auch ein langer Gedenktag im Ahrtal dem Ende entgegen - mit Besuchen von Bundespräsident, Bundeskanzler und Ministerpräsident. Maike König hat die Geschehnisse des Tages hier zusammengefasst:

Gottesdienst bei Gedenkveranstaltung

Im Anschluss an die weltlichen Reden gab es bei der Gedenkveranstaltung einen ökumenischen Gottesdienst. Der katholische Pfarrer Jörg Meyrer bedankte sich zu Beginn bei allen Unterstützern der Menschen im Ahrtal. Solidarität habe die Menschen die Katastrophe überleben lassen. "Die Flut gehört zur Geschichte unseres Landes. Sie hat unser Land verändert und erinnert uns bis heute daran, wie kostbar Zusammenhalt ist." Meyrer sagte auch, dass noch nicht alle Wunden verheilt seien, diese Gefühle dürften die Menschen aber nicht gegeneinander aufbringen. Im Anschluss lud Meyrer zum gemeinsamen Gebet ein.

Der Gedenkgottesdienst am 5. Jahrestag der Flutkatastrophe im Ahrtal.
Der Gedenkgottesdienst am 5. Jahrestag der Flutkatastrophe im Ahrtal.

Der evangelische Pfarrer Rüdiger Stiehl sagte: "Wer die Nacht erlebt hat, trägt sie in sich. Man weiß, was der andere erlebt hat." Das Wasser sei weg, aber die Angst sei geblieben. Stiehl erzählte von Menschen aus dem Ahrtal, die von Wassergeräuschen getriggert werden, die nicht mehr an der Ahr radfahren können, die mit dem Verlust von Fotoalben nicht klarkommen. Er machte deutlich, wie wichtig es sei, die Angst nicht für sich zu behalten, sich nicht zurückzuziehen, sondern darüber zu reden und sich helfen zu lassen.

Social-Media-Beitrag auf Instagram

Schnieder entschuldigt sich im Namen des Staates

Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Gordon Schnieder (CDU) hat sich bei der zentralen Gedenkveranstaltung bei den Menschen im Ahrtal entschuldigt. In seiner Rede sagte er: "Es war Fehlbarkeit, die dazu führte, dass das Ahrtal nicht auf diese Katastrophe vorbereitet war. Es war Fehlbarkeit, die dazu führte, dass so viele Menschen gestorben sind. Es war Fehlbarkeit, dass das Leid in dieser Schicksalsnacht nicht abgemildert wurde. Es ist das Versprechen und die Zusage des Staates, seine Bürgerinnen und Bürger zu schützen. Dieses Versprechen wurde nicht eingehalten. Der Staat hat in dieser Frage und in dieser Nacht versagt. Dafür bitte ich als Ministerpräsident um Entschuldigung."

Seine Entschuldigung wurde mit Applaus aus dem Publikum aufgenommen.

Social-Media-Beitrag auf Instagram

Merz: Keinen Schutzbedürftigen schutzlos lassen

"Es ist ein Tag der Trauer und des Gedenkens" - so begann Bundeskanzler Merz seine Rede in Ahrweiler. Merz erinnerte ebenfalls an die Opfer der Flut und machte deutlich: "Wir denken an sie!" Er schilderte, wie die Menschen im Ahrtal die Flutnacht erlebt haben müssen.

Die Bundesrepublik Deutschland sei gegründet worden als ein Land, das keine Schutzbedürftigen schutzlos lasse. Freiheit und Sicherheit seien die Grundversprechen Deutschlands. Es sei Aufgabe des Staates, zu helfen und zu unterstützen. Die Flut habe schon viel Einfluss auf die Gesetzgebung genommen und Deutschland habe zahlreiche Maßnahmen ergriffen, besser auf Fluten vorbereitet zu sein. "Kein Mensch, keine Stadt, keine Region soll in unserem Land allein bleiben mit der Furcht vor Katastrophen und Naturgewalten. Und dem Klimawandel". Das verstehe er als Auftrag.

Social-Media-Beitrag auf Instagram

Bürgermeister Rowald: "Unsere Geschichte geht weiter"

Die Gedenkveranstaltung auf dem Marktplatz von Ahrweiler hat begonnen. Die erste Rede hielt der neue Bürgermeister von Bad Neuenahr-Ahrweiler, Pascal Rowald (CDU). Er forderte die Anwesenden zu einer Schweigeminute für die Opfer der Flutkatastrophe auf. Rowald sagte, man solle allerdings nicht nur zurückschauen: "Unsere Geschichte geht weiter". Vieles sei in fünf Jahren wieder aufgebaut worden. Dennoch sei noch viel zu tun: "Wir stehen nicht am Ende dieses Weges, wir stehen mittendrin."

Bürgermeister Rowald bei der Gedenkveranstaltung
Bürgermeister Rowald bei der Gedenkveranstaltung

Die Gedenkveranstaltung zum Jahrestag zum Nachschauen

Am Abend fand die offizielle Gedenkveranstaltung zum fünften Jahrestag der Flut mit Bundeskanzler Friedrich Merz und Ministerpräsident Gordon Schnieder (beide CDU) auf dem Marktplatz in Ahrweiler statt. Neben den Reden der Politiker gab es auch einen ökumenischen Gottesdienst. Die Veranstaltung wurde vom SWR live gestreamt.

RLP

Weiterhin lückenhaft Nach Ahrtalflut - Immer noch zu wenige Alarmpläne im Katastrophenschutz in RLP

Der Katastrophenschutz in Rheinland-Pfalz weist immer noch deutliche Lücken auf. So fehlen in einigen Kreisen und Städten Alarm- und Einsatzpläne etwa Hochwasser.

SWR Aktuell Rheinland-Pfalz SWR RP

Bad Neuenahr-Ahrweiler

Jugendliche zwischen Trauma und Träumen Verlorene Jugend? So hat die Flut im Ahrtal das Leben von jungen Menschen verändert

Am 14. Juli jährt sich die Flutkatastrophe im Ahrtal zum fünften Mal. Damals war von einem auf den anderen Tag alles anders im Tal. Besonders betroffen: Kinder und Jugendliche.

Koblenz

Entscheidung des Oberlandesgerichts Koblenz Gericht: Endgültig keine Anklage wegen Ahrtal-Flutkatastrophe

Mindestens 135 Menschen starben bei der Flutkatastrophe im Ahrtal, die Ermittlungen wurden eingestellt. Ein Ehepaar kämpft um juristische Konsequenzen und erfährt einen Rückschlag.

Ahrweiler

Fünf Jahre danach Dossier: Leben nach der Flutkatastrophe

Die Flutkatastrophe an der Ahr und in der Region Trier liegt fünf Jahre zurück. Einiges ist repariert oder wiederaufgebaut, aber vieles noch lange nicht geheilt. Das ist der aktuelle Stand.

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
SWR